Rewe-Neubau in Prenzlau: Abrissarbeiten für Green-Building-Markt haben begonnen
In Prenzlau drehen sich die Abrissbagger der Firma BTT auf dem Gelände am Neustädter Damm (B198). Die Bauvorbereitungen für einen neuen Rewe-Vollsortimenter im modernen Green-Building-Stil sind damit in eine entscheidende Phase getreten. Das Projekt beschäftigt die Bürger und Stadtverordneten der Kreisstadt bereits seit dem Jahr 2021.
Baufreiheit wird geschaffen
Auf dem Areal südlich des bestehenden Norma-Marktes und des "Sojka"-Getränkemarktes sollen Stallgebäude abgerissen werden, die bisher als Pferdekoppel genutzt wurden. Damit entsteht Platz für den geplanten Supermarkt mit einer Verkaufsfläche von 1800 bis 2000 Quadratmetern. Die Arbeiten erfolgen auf Grundlage einer bereits erteilten Teilbaugenehmigung.
Kreis-Pressesprecherin Ramona Neumann gab gegenüber der Redaktion zu verstehen, dass der vollständige Bauantrag für den Rewe-Markt möglicherweise bereits im März genehmigt werden könnte. Eine wichtige Voraussetzung dafür ist allerdings noch das positive Votum der Unteren Wasserbehörde, deren Stellungnahme als "entscheidungserheblich" eingestuft wird.
Architektur mit Nachhaltigkeitsfokus
Der geplante Neubau soll im Stil der Green-Building-Architektur errichtet werden, die sich durch große Glasflächen, Photovoltaik-Anlagen zur Energiegewinnung und Systeme zur Regenwassernutzung auszeichnet. Die Stadt Prenzlau hat ihr "gemeindliches Einvernehmen" bereits erteilt, wobei Detailfragen zur künftigen Lichtsignalanlage an der Einmündung zur Bundesstraße 198 noch nicht abschließend geklärt sind.
Bestehender Innenstadtmarkt bleibt gesichert
Parallel zum Neubauprojekt bleibt der bestehende Rewe-Markt in der Prenzlauer Steinstraße unter der Leitung von Matthias Becker erhalten. Bereits 2022 hatte die Stadt einen städtebaulichen Vertrag mit der Rewe Markt Group ausgehandelt, der den Konzern verpflichtet, den Innenstadtstandort mit etwa 950 Quadratmetern Verkaufsfläche bis zum 1. November 2032 als Vollsortimenter weiterzubetreiben.
Marktleiter Becker nutzte erst 2025 die monatelange Vollsperrung der Steinstraße während Straßenbauarbeiten, um seinen Markt komplett zu sanieren und räumlich neu zu gestalten. Eine Erweiterung an diesem Standort ist aufgrund der begrenzten Flächenverfügbarkeit nicht möglich.
Geteilte Meinungen in Stadtpolitik und Bevölkerung
Die Pläne, neben den bereits existierenden Vollsortimentern wie Marktkauf am Schafgrund und Kaufland am Georg-Dreke-Ring sowie weiteren Supermärkten von Norma, Lidl, Aldi und Netto einen weiteren großen Lebensmittelmarkt in der Kreisstadt zu etablieren, stoßen auf unterschiedliche Reaktionen.
Kritiker des Vorhabens befürchten ein Überangebot an Verkaufsflächen, das nicht mit der Einwohnerzahl und der vorhandenen Kaufkraft in Einklang zu bringen sei. Befürworter hingegen sehen in dem geplanten Rewe-Markt die Schließung einer Versorgungslücke in der Südvorstadt von Prenzlau.
Landesplanerische Bewertung und politische Entscheidungen
In einer Stellungnahme vom Februar 2023 kam Mathias Burkhardt aus dem Landesministerium für Infrastruktur und Landesplanung zu dem Ergebnis, dass "eine Gefährdung oder Beeinträchtigung der Nahversorgung in den Umlandgemeinden - hier primär der Gemeinde Nordwestuckermark - nicht besteht". Allerdings sei bei der Verwirklichung des Fachmarktzentrums mit einer Umsatzverteilung innerhalb des Prenzlauer Stadtgebietes "von knapp zehn Prozent" zu rechnen.
Im Frühjahr 2024 stimmten 20 Stadtverordnete für den Durchführungs- und Erschließungsvertrag zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan "Fachmarktzentrum Neustädter Damm Süd", während sieben dagegen votierten.
Investor sucht Generalunternehmer
Investor Michael Baier hatte bereits im März 2023 die Hoffnung geäußert, dass der erste Spatenstich noch 2024 erfolgen könnte. Aktuell zeigt er sich mit öffentlichen Aussagen zum Bauvorhaben und möglichen Zeitfenstern zurückhaltend. Allerdings bestätigte er, dass die Suche nach einem General-Bauunternehmer bereits läuft und damit wichtige Vorbereitungen für die Bauphase getroffen werden.
Die Entwicklung am Neustädter Damm bleibt damit ein zentrales Thema für die Stadtentwicklung Prenzlaus, das sowohl wirtschaftliche Chancen als auch planerische Herausforderungen mit sich bringt.



