Mit 26 Jahren Chef von 1700 Wohnungen: Neue Führung bei Woba Pasewalk vor großen Herausforderungen
26-jähriger Chef führt Woba Pasewalk mit 1700 Wohnungen

Junger Geschäftsführer übernimmt Verantwortung für 1700 Wohnungen in Pasewalk

Die Wohnungsbaugesellschaft Pasewalk (Woba) hat einen neuen Geschäftsführer: Dennis Becken übernimmt mit gerade einmal 26 Jahren die Führung des städtischen Unternehmens. Der Immobilienökonom tritt die Nachfolge von Ralf Hacker an, der das Unternehmen seit März 2022 geleitet hat und dem Unternehmen weiterhin als Bautechniker erhalten bleibt.

Herausforderungen zwischen sozialem Wohnungsbau und Wirtschaftlichkeit

Der neue Geschäftsführer steht vor einer komplexen Aufgabe: hochwertigen Wohnraum schaffen und gleichzeitig sozialer Vermieter bleiben. Dennis Becken muss den Leerstand verringern, den Wohnungsbestand sanieren und dabei steigende Baukosten mit bezahlbaren Mieten in Einklang bringen. „Diese Zeit konnten wir nutzen, ihn auf die Geschäftsführung vorzubereiten. Auch in der Wohnungswirtschaft ist es nicht einfach, gutes Personal zu bekommen“, erklärt der scheidende Geschäftsführer Ralf Hacker.

Der 26-Jährige bringt Erfahrung mit: Zweieinhalb Jahre war er Assistent der Geschäftsführung bei der Woba. „Durch die Assistenz-Zeit weiß ich, was auf mich zukommt“, betont Dennis Becken, der in Berlin Immobilienkaufmann gelernt und in Rostock Immobilienökonomie studiert hat. Er wolle langfristig in Pasewalk bleiben und mithelfen, die Stadt zu entwickeln.

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Spagat zwischen hohen Investitionen und niedrigen Mieten

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stellen die Woba vor erhebliche Herausforderungen. Einerseits wird hochwertiger Wohnraum benötigt, andererseits sind die realisierbaren Mieten begrenzt. „Warmmieten von 1300, 1400 Euro sind nicht leicht zu realisieren“, gibt Ralf Hacker zu bedenken. Solche Mieten seien aber notwendig, damit sich Investitionen rentieren.

Auf der anderen Seite will das Unternehmen sozialer Vermieter bleiben. Die staatlich gezahlten Kosten der Unterkunft (KdU) seien jedoch zu gering, um Wohnraum angemessen herzurichten. Im kreisweiten Vergleich liege Pasewalk bei der gezahlten KdU-Summe am unteren Ende. Die durchschnittliche Kaltmiete in Pasewalk betrage nur 4,88 Euro pro Quadratmeter.

Konkrete Maßnahmen gegen Leerstand und für Sanierung

Um den Leerstand zu verringern, plant die Woba konkrete Maßnahmen:

  • Rückbau in der Herderstraße: Für die Gebäude Herderstraße 9-12 und 13-16 liegt bereits die Baugenehmigung vor. Die Mehrgeschosser werden von sechs auf vier Etagen reduziert, der Rückbau soll im März starten.
  • Perspektivischer Rückbau in der Roßstraße: Nach einem gewonnenen Rechtsstreit will die Woba die dortigen Wohnungen kaufen und zurückbauen.
  • Sanierung älterer Wohnungen: Die in den 1960er Jahren gebauten Wohnungen in der Marktstraße und Stettiner Straße sollen in den kommenden Jahren saniert werden.

„Uns fehlt einfach der Goldesel im Keller“, beschreibt Ralf Hacker die finanzielle Situation des Unternehmens. Nach etwa 20 Jahren habe man in der Stadt erstmals eine Mieterhöhung vorgenommen.

Gewerbeimmobilien und Bestandsverwaltung

Nicht nur Wohnungen stehen im Fokus: Die Woba verwaltet auch Gewerbeimmobilien. „Es ist schwierig, in leer gezogenen Geschäften wieder Einzelhandel hineinzubekommen“, meint Ralf Hacker. Einige in den vergangenen Monaten aufgegebene Gewerbeeinheiten seien aber teilweise schon wieder vermietet.

Die Zahlen des Unternehmens:

  1. 1771 Wohnungen im eigenen Bestand
  2. 58 Gewerbeeinheiten im eigenen Bestand
  3. Verwaltung von 182 Wohnungen für andere Eigentümer
  4. Verwaltung von 166 Gewerbeeinheiten für andere Eigentümer

Der junge Geschäftsführer Dennis Becken steht damit vor einer Mammutaufgabe: Er muss das Gleichgewicht finden zwischen wirtschaftlicher Notwendigkeit und sozialer Verantwortung in einer Stadt mit begrenzten finanziellen Spielräumen.

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