Bafta-Verleihung: Politthriller dominiert, Überraschungssieger rührt zu Tränen
Bei der prestigeträchtigen Bafta-Verleihung in London hat der humorvolle Politthriller »One Battle After Another« von Regisseur Paul Thomas Anderson einen beeindruckenden Siegeszug hingelegt. Der Film, der bereits für 13 Oscars nominiert ist, konnte in sechs Kategorien triumphieren und führte damit die Nominierungen an. Zu den gewonnenen Preisen zählen Bester Film, Bester Schnitt und Beste Kamera. Paul Thomas Anderson selbst wurde als Bester Regisseur und für das Beste adaptierte Drehbuch ausgezeichnet. Zudem erhielt US-Schauspieler Sean Penn den Preis als Bester Nebendarsteller für seine Rolle als Colonel Steven J. Lockjaw in dem starstudien Film.
Robert Aramayo als emotionaler Überraschungssieger
Die größte Überraschung des Abends bot der britische Schauspieler Robert Aramayo. Der 33-Jährige setzte sich in der Kategorie Bester Hauptdarsteller gegen prominente Konkurrenten wie Timothée Chalamet und Leonardo DiCaprio durch und wurde für seine Leistung in dem britischen Drama »I Swear« geehrt. Aramayo, der in dem Film den schottischen Tourette-Aktivisten John Davidson verkörpert, war bei der Preisübergabe sichtlich gerührt und kämpfte mit den Tränen. »Ich kann es absolut nicht glauben«, sagte er in seiner Dankesrede. Zusätzlich wurde er als »Rising Star« ausgezeichnet, was seinen Status als aufstrebendes Talent unterstreicht.
Weitere Highlights und Auszeichnungen
Das Vampir-Südstaatendrama »Blood and Sinners«, das mit 16 Oscar-Nominierungen einen Rekord aufstellte, konnte drei Baftas gewinnen. Wunmi Mosaku wurde als Beste Nebendarstellerin gekürt, und der Film erhielt Preise für die Beste Filmmusik und das Beste originale Drehbuch. Die irische Schauspielerin Jessie Buckley sicherte sich den Preis als Beste Schauspielerin für ihre Performance in »Hamnet«, nachdem sie kürzlich bereits einen Golden Globe gewonnen hatte. »Hamnet« wurde zudem als Herausragender Britischer Film ausgezeichnet, ging aber trotz elf Nominierungen in anderen Kategorien leer aus.
Insgesamt wurden bei der glamourösen Gala in der Royal Festival Hall 28 Trophäen vergeben. Das norwegische Familiendrama »Sentimental Value«, das für neun Oscars nominiert ist, wurde als Bester Nicht-Englischsprachiger Film geehrt. Der Monsterfilm »Frankenstein« freute sich über drei Preise. Die Veranstaltung wurde von Schauspieler Alan Cumming moderiert und zog zahlreiche internationale Stars wie Leonardo DiCaprio, Ethan Hawke, Kate Hudson und Emma Stone an. Auch Prinz William und Prinzessin Kate waren anwesend; der Thronfolger ist seit 2010 Präsident der Bafta-Kunststiftung und unterstrich damit die Bedeutung des Abends für die britische Filmindustrie.



