Oscar-Legende fühlte sich gedemütigt: Liza Minnelli enthüllt Rollstuhl-Zwangsmaßnahme bei Preisverleihung
Fünfzig Jahre nach ihrem eigenen Oscar-Gewinn als beste Hauptdarstellerin sollte Liza Minnelli im Jahr 2022 den wichtigsten Preis des Abends überreichen. Gemeinsam mit Pop-Ikone Lady Gaga moderierte sie den Höhepunkt der Oscarverleihung und verkündete, dass der Film »CODA« den Preis für den besten Film gewonnen hatte. Für die Zuschauer schien es ein denkwürdiger, emotionaler Moment zu sein, bei dem Minnelli standing ovations erhielt. Lady Gaga wandte sich an das Publikum und erklärte über die Oscar-Preisträgerin neben ihr: »Ihr wisst, wie gern ich mit Legenden zusammenarbeite, und es ist mir eine Ehre, den letzten Preis des Abends mit einer wahren Legende des Showbusiness zu überreichen.«
Memoiren enthüllen bittere Wahrheit hinter den Kulissen
Doch wirklich glanzvoll habe sie sich an diesem Abend nicht gefühlt, offenbart nun die 79-jährige Minnelli in einem Auszug ihrer Memoiren, die am 10. März erscheinen sollen. Das Branchenmagazin »People« veröffentlichte erste Einblicke, in denen die Schauspielerin und Sängerin schreibt, dass man sie an diesem Abend gegen ihren Willen in einen Rollstuhl gezwungen habe. Diese Anordnung der Veranstalter der Academy Awards habe direkte Konsequenzen gehabt: Sie konnte den Teleprompter nicht richtig ablesen und verhaspelte sich bei der Ansage.
Lady Gaga moderierte zwar professionell über den peinlichen Moment hinweg, drückte Minnellis Hand und flüsterte ihr beruhigend zu: »Ich bin für dich da«. Doch die gekränkte Legende blieb verletzt zurück. »Mir wurde unerklärlicherweise befohlen, im Rollstuhl zu sitzen oder gar nicht erst zu erscheinen«, schreibt Minnelli in ihren Erinnerungen. »Man sagte mir, es läge an meinem Alter und an Sicherheitsgründen, da ich vom Regiestuhl rutschen könnte, was absoluter Schwachsinn war.«
Technische Probleme und gesundheitliche Einschränkungen
Die praktischen Folgen waren gravierend: »Ich saß viel tiefer, als ich es auf dem Regiestuhl getan hätte. Jetzt konnte ich den Teleprompter über mir kaum noch lesen.« Zu diesem Zeitpunkt litt Minnelli tatsächlich unter starken Rückenschmerzen, was eine Quelle aus dem Umfeld der Oscarverleihung gegenüber dem »Hollywood Reporter« bestätigte. Diese Quelle erklärte, man habe den Rollstuhl aus Sicherheitsgründen verwendet, um die legendäre Schauspielerin zu schützen.
Doch für Minnelli fühlte sich diese Maßnahme wie eine Bevormundung und Brüskierung an. Nach dem peinlichen Vorfall besuchte Lady Gaga die verletzte Legende in der Garderobe und fragte besorgt, ob alles in Ordnung sei. Minnelli antwortete der Sängerin nur knapp: »Ich bin ein großer Fan« – eine Antwort, die viel über ihre verletzten Gefühle aussagt.
Die Enthüllungen werfen ein neues Licht auf einen Abend, der eigentlich als Triumph für die Oscar-Legende hätte gefeiert werden sollen. Stattdessen wurde er zu einer Demütigungserfahrung, die Minnelli nun öffentlich macht. Die Diskussion über den Umgang mit älteren Künstlern in der Unterhaltungsindustrie und deren Autonomie bei öffentlichen Auftritten wird durch diese Offenbarungen neu entfacht.



