Runder Tisch zur Musikstreaming-Vergütung: Weimer will faire Bezahlung für Künstler
Runder Tisch soll faire Musikstreaming-Vergütung klären

Runder Tisch soll faire Vergütung im Musikstreaming aushandeln

Kulturstaatsminister Wolfram Weimer hat den nächsten Schritt in der Debatte um gerechtere Bezahlung für Musikerinnen und Musiker angekündigt. Im Frühsommer soll ein runder Tisch mit Plattenlabels und Streamingdiensten zusammenkommen, um eine Branchenvereinbarung zur Vergütung auszuhandeln. Dies teilte Weimer nach einem Treffen mit Vertretern von Plattformen wie Spotify, YouTube und Amazon in Berlin mit.

Hintergrund: Unzufriedenheit trotz Milliardenumsätzen

Hintergrund der Initiative ist die anhaltende Klage vieler Musikschaffender, von ihren Einnahmen aus dem Streaming kaum leben zu können, obwohl die Branche Milliardenumsätze erzielt. Weimer hatte zuvor bereits separate Gespräche mit Künstlern wie Herbert Grönemeyer und Plattenlabels im Kanzleramt geführt. Der nun geplante runde Tisch soll alle Beteiligten an einen Tisch bringen.

„Sollte keine Lösung gefunden werden, liegt auch die Frage auf dem Tisch, ob wir dann in der weiteren Entwicklung möglicherweise eingreifen müssen“, erklärte der Kulturstaatsminister. Damit deutet er politische Maßnahmen an, falls die Branche keine Einigung erzielt.

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Plattformen zeigen Gesprächsbereitschaft

Susanne Dehmel vom Digitalverband Bitkom bestätigte, dass die Streamingdienste grundsätzlich offen für Diskussionen über alternative Vergütungsmodelle seien. Sie wies jedoch darauf hin, dass heute mehr Künstler als früher ein steuerrelevantes Einkommen aus dem Musikstreaming erzielten. „Wenn wir darüber reden, Vergütungsmodelle zu ändern, dann reden wir nicht darüber, dass wir mehr verteilen können, sondern wir reden über Umverteilung letztlich“, so Dehmel.

Studie belegt massive Ungleichheit

Eine Umfrage des Bundesbeauftragten für Kultur und Medien unter 3.000 Musikschaffenden zeigt das Ausmaß des Problems: Drei von vier Befragten äußerten sich unzufrieden mit ihren Streaming-Einnahmen. Die Zahlen von 2023 offenbaren eine extreme Konzentration: 75 Prozent der Umsätze entfielen auf nur 0,1 Prozent der Künstlerinnen und Künstler. Umgekehrt erzielten 68 Prozent der Musikschaffenden weniger als 1 Euro Umsatz.

Mehrere Musikverbände hatten bereits im vergangenen Sommer eine Abgabe für Musikstreamingdienste gefordert, um die Situation zu verbessern. Der nun angekündigte runde Tisch soll klären, ob die Branche selbst eine Lösung findet oder politische Intervention notwendig wird.

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