DDR-Musical-Hit 'Mein Freund Bunbury' feiert erfolgreiche Wiederaufführung im Erzgebirge
DDR-Musical-Hit 'Mein Freund Bunbury' im Erzgebirge

DDR-Musical-Hit 'Mein Freund Bunbury' feiert erfolgreiche Wiederaufführung im Erzgebirge

Das Musical „Mein Freund Bunbury“ von Gerd Natschinski (1928–2015) gilt als das erfolgreichste Werk dieser Gattung, das jemals in der DDR komponiert wurde. Nun erlebt es eine triumphale Wiederaufführung im Erzgebirgischen Theater in Annaberg-Buchholz, wo es das Publikum erneut mit seiner brillanten Mischung aus Komödie und eingängigen Melodien begeistert.

Ein Feuerwerk an Hits und zeitloser Humor

Die Geschichte, die sich im komödiantischen Windschatten von Oscar Wilde bewegt, funktioniert perfekt, weil Natschinski dafür ein wahres Feuerwerk an Hits geschaffen hat. Bekannte Melodien wie „Mein Freund Bunbury“, „Picadilly“ oder das schmissige „Black Bottom“ sind hierzulande vielen sofort vertraut. Auf den alten DDR-Witz, der das seinerzeit gerne reklamierte Weltniveau mit der Frage „wo, wo?“ verlängerte, kann man im Falle von „Bunbury“ getrost erwidern: Genau hier im Erzgebirge!

Verwickelte Handlung mit turbulenten Doppelleben

Im Stück gibt es den guten Freund Bunbury nicht wirklich – er ist eine zurechtgeflunkerte Ausrede für zwei Freunde, die diverse Extratouren benötigen. Jack (Vincent Wilke) braucht sie von seinem Job in der Heilsarmee, während Algernon (mit Sunnyboy-Charme: Richard Glöckner) sie von diversen Partys der Londoner „upper-ten“-Gesellschaft benötigt. Aber auch Cecily pflegt ein Doppelleben: Zsófia Szabó imponiert sowohl in Heilsarmee-Uniform als auch im Glamour-Outfit des Sunshinegirls in der Musichall, in die sich Algernon verliebt.

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Gwendolen (Magdalena Hallste) muss bei ihrer Partnerwahl den Ansprüchen ihrer Oberklassen-Tante Lady Bracknell genügen, was sie zu kreativen Manövern zwingt, um ihren Jack zu gewinnen. Für Turbulenzen im Wer-ist-wer? der diversen Doppelleben ist reichlich gesorgt, wobei der Butler (Leander de Marel) als Jeremias und dessen Zwilling Jean dient – zunächst als Running Gag, dann als Schlusspointe.

Innovative Bühnenbilder und perfektes Timing

Ausstatter Martin Scherm hat als Pforte für den Übergang in die jeweils andere Job-Welt einen großen Schrankkoffer mitten im offenen Bahnhofshallenbühnenrund platziert. Dies ermöglicht ein perfektes Timing, das durch keine Umbauten ausgebremst wird. Dass Oliver Paul für Regie und Choreographie verantwortlich zeichnet, ist das eine – dass er mit dem gesamten Ensemble eine Truppe zur Verfügung hat, die ihm bei den kleinen Witzen und der großen Komödie willig und mit Lust folgt, macht den Abend zu einem echten Glücksfall.

Dieser Bunbury ist ein Gesamtkunstwerk, das beim Publikum sofort zündet und die Zuschauer in seinen Bann zieht. Die nächsten Vorstellungen finden am 22. Februar sowie im März statt und versprechen weitere unvergessliche Theatererlebnisse.

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