Berliner Buchhandlung InterKontinental erhält Deutschen Buchhandlungspreis 2025
InterKontinental erhält Buchhandlungspreis 2025

Berliner Buchhandlung InterKontinental erhält Deutschen Buchhandlungspreis 2025

Die Buchhandlung InterKontinental in Berlin-Friedrichshain wird mit dem Deutschen Buchhandlungspreis 2025 ausgezeichnet. Dies ist bereits das dritte Mal, nachdem der Laden die Auszeichnung bereits in den Jahren 2021 und 2023 erhalten hatte. Insgesamt hatten sich knapp 500 Buchhandlungen aus dem gesamten Bundesgebiet für den renommierten Preis beworben.

Ein Ort für Literatur, Kultur und kulinarische Genüsse

Seit 2018 befindet sich die Buchhandlung in der Sonntagsstraße 26, nahe dem Ostkreuz in Friedrichshain. Im vergangenen Jahr wurde das Geschäft nicht nur räumlich erweitert, sondern hat sich zu einem vielseitigen Treffpunkt entwickelt. Hier finden Besucher nicht nur eine umfangreiche Auswahl an Büchern, sondern auch panafrikanische Küche und gemütliche Aufenthaltsflächen zum Lesen und Austauschen.

Küchenchef Sibusiso Mntambo, der in der gehobenen Hotellerie von Kapstadt ausgebildet wurde, sorgt für authentische kulinarische Erlebnisse. Damit verbindet InterKontinental auf einzigartige Weise literarische und kulturelle Angebote mit gastronomischen Highlights.

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Spezialisierung auf afrikanische und afrodiasporische Literatur

Der gleichnamige Verlag der Buchhandlung organisiert jährlich das „African Book Festival“ im Juni und hat sich auf afrikanische oder afrodiasporische Bücher spezialisiert. Inhaberin Venice Trommer, die selbst Afrikawissenschaften studiert hat, erklärt: „Es gab kaum afrikanische Bücher in den Buchhandlungen.“ Zwar habe sich dies in den vergangenen Jahren entwickelt und besonders an den Universitäten sei afrikanische Literatur kein Dunkelfeld mehr, „aber für viele Leute ist sie immer noch fremd und es gibt Berührungsängste.“

Bei InterKontinental finden sich alle Genres, von Krimis über Science-Fiction bis hin zu Kinderbüchern, auf Deutsch oder Englisch – und sogar zwei Exemplare auf Suaheli. Daneben stehen jedoch auch Bücher wie die Memoiren der US-Popsängerin Britney Spears, die rein gar nichts mit Afrika zu tun haben. Die Buchhandlung führt somit ein breites Sortiment, obwohl sie sich auf afrikanische Literatur spezialisiert hat.

Kulturpolitischer Appell zur Bedeutung von Preisen

Die Buchhandlung verbindet die aktuelle Auszeichnung mit einem kulturpolitischen Appell: „In Deutschland müssen Strukturen geschaffen werden, die dazu führen, dass Preise wieder das werden, wozu sie ursprünglich gedacht waren: Wertschätzungen.“ Buchautor:innen sowie Buchhandlungen seien zusehends auf die Preisgelder von Auszeichnungen angewiesen, um von ihrem Schaffen existieren zu können. Mit Buchverkäufen alleine sei dies mitunter nicht mehr möglich.

InterKontinental setzt sich damit nicht nur für die Verbreitung afrikanischer Literatur ein, sondern auch für die Anerkennung und finanzielle Unterstützung kultureller Schaffender in Deutschland.

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