Michelle Yeoh: Oscar-Gewinnerin kämpft weiter gegen asiatische Klischees in Hollywood
Die Oscar-Preisträgerin Michelle Yeoh hat auf der Berlinale offen über ihren anhaltenden Kampf gegen stereotype Rollenangebote für asiatische Schauspieler in Hollywood gesprochen. Die in Malaysia geborene Schauspielerin, die 2023 als erste Asiatin überhaupt den Oscar als beste Hauptdarstellerin für ihre Rolle in Everything Everywhere All at Once gewann, erhielt bei der Eröffnungsgala des Filmfestivals den Goldenen Ehrenbären für ihr Lebenswerk.
Frühe Erfahrungen mit stereotypen Rollen
Yeoh berichtete, dass ihr zu Beginn ihrer Hollywood-Karriere nur sehr klischeehafte Rollen angeboten wurden, wie etwa das chinesische Mädchen in Chinatown. Sie erklärte, dass es damals immer einen besonderen Grund geben musste, warum ein asiatisches Gesicht in Rollen wie Arzt, Krankenschwester oder Nachrichtensprecher auftreten sollte. Als ich das zum ersten Mal hörte, fragte ich mich, warum das so war. Ich meine: Wie bin ich plötzlich zu einer Minderheit geworden?, sagte die 63-Jährige. Sie betonte, dass sie gelernt habe, solche stereotypen Angebote abzulehnen, und dass es viele asiatische Schauspieler gebe, die ähnliche Erfahrungen machen.
Fortdauernder Kampf für Diversität
Trotz ihrer Erfolge und der wachsenden Aufmerksamkeit für Diversität in der Filmindustrie sieht Yeoh weiterhin Herausforderungen. Es ist immer noch ein Kampf, sagte sie in Bezug auf Veränderungen in den Diversitäts-Richtlinien der Studios. Ich glaube nicht, dass solche Probleme einfach über Nacht verschwinden. Sie verwies auf ihre Mitwirkung an Filmen wie Crazy Rich (2018), dem ersten großen Hollywood-Film mit einem rein asiatischen Cast seit Töchter des Himmels (1993), der deutlich mache, wie begrenzt die Rollenangebote für Minderheiten seien.
Engagement für umfassende Veränderungen
Yeoh unterstrich ihr langfristiges Engagement für mehr Inklusion in der Filmwelt. Sie werde bleiben, bis die richtigen Veränderungen umgesetzt seien, nicht nur für Minderheiten, sondern für alle, wie etwa die Gleichstellung der Geschlechter. Ihre Aussagen auf der Berlinale heben die anhaltenden strukturellen Hürden hervor, mit denen asiatische und andere unterrepräsentierte Gruppen in Hollywood konfrontiert sind, und fordern zu kontinuierlichen Anstrengungen für eine vielfältigere und gerechtere Filmindustrie auf.



