Wechsel an der Spitze des Jungen Staatstheaters Parchim
In den kommenden Wochen wird die Zukunft des Jungen Staatstheaters in Parchim entschieden. Nach mehr als zwei Jahrzehnten an der Spitze tritt der langjährige Intendant Thomas Ott-Albrecht zum Ende der aktuellen Spielzeit in den wohlverdienten Ruhestand. Die Suche nach einer würdigen Nachfolge ist bereits in vollem Gange, wobei sich bereits zahlreiche Interessenten für die verantwortungsvolle Position gemeldet haben.
Von Intendant zu Künstlerischem Leiter
Eine bedeutende Veränderung betrifft die offizielle Bezeichnung der Position. Der oder die Nachfolgende wird nicht mehr als Intendant, sondern als Künstlerischer Leiter der Kinder- und Jugendsparte des Mecklenburgischen Staatstheaters (MST) firmieren. MST-Generalintendant Hans-Georg Wegner erklärt diesen Schritt als logische Konsequenz aus der Fusion der Theaterhäuser in Parchim und Schwerin im Jahr 2016.
Bis zu diesem Zeitpunkt operierte das Parchimer Haus als eigenständiges Mecklenburgisches Landestheater mit vollwertigem Intendanten. Nach der Verschmelzung wurde es zur Jugendsparte innerhalb des größeren Staatstheaters. „Die Bezeichnung Intendant ist ein Relikt aus der Zeit vor der Fusion“, betont Wegner. Nur Thomas Ott-Albrecht durfte aufgrund vertraglicher Regelungen den Titel weiterführen, obwohl seine Befugnisse bereits denen eines Spartenleiters entsprachen.
Verantwortlichkeiten und Entscheidungsstrukturen
Die konkreten Aufgaben des künftigen Künstlerischen Leiters bleiben im Wesentlichen unverändert. Die Personal- und Finanzverwaltung obliegt weiterhin der zentralen Geschäftsführung des MST in Schwerin. Christian Schwandt fungiert als Kaufmännischer Geschäftsführer auch für den Parchimer Standort.
Der künstlerische Leiter erhält jährlich ein festes Budget für Gastkünstler und muss dieses einhalten. Größere Entscheidungen, insbesondere in Personalfragen, werden in Abstimmung mit dem Betriebsrat letztlich in Schwerin getroffen. „Das war und ist mit Thomas Ott-Albrecht so und wird auch genauso bleiben“, unterstreicht Generalintendant Wegner die Kontinuität der Strukturen.
Aufgaben und Auswahlverfahren
Zu den ersten Herausforderungen der neuen Leitung gehört die Neubesetzung der Dramaturgie und der derzeit vakanten Theaterpädagogik-Stelle. Hans-Georg Wegner sieht darin eine besondere Attraktivität der Position: „Man kann sein eigenes künstlerisches Leitungs-Team zusammenstellen und mitbringen.“
Für die Spielzeit 2026/27 wird bereits am Programm gearbeitet, das wie gewohnt im Frühjahr gemeinsam mit den anderen Sparten veröffentlicht wird. Dies gibt der neuen Führung Zeit, sich einzugewöhnen, bevor sie in der übernächsten Spielzeit eigene künstlerische Akzente setzen kann.
Die Auswahl des geeigneten Kandidaten erfolgt durch ein speziell einberufenes Beratergremium, das Anfang März erstmals zusammentreten soll. Diesem Gremium gehören Vertreter folgender Institutionen an:
- Landkreis Ludwigslust-Parchim
- Land Mecklenburg-Vorpommern als Gesellschafter
- Stadt Parchim
- Parchimer Theaterfreunde
- Ensemble des Jungen Staatstheaters
- Geschäftsführung des MST
Nach dieser ersten Sitzung wird entschieden, welche Bewerber zu persönlichen Gesprächen eingeladen werden. Die Bewerbungsfrist endet Ende Februar, doch bereits jetzt zeichnet sich ein reges Interesse an der verantwortungsvollen Position ab.



