Seit Mittwoch ist die neue, extralange Straßenbahn der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) im regulären Linieneinsatz. Der erste sogenannte Urbanliner nahm am Morgen den Betrieb auf der Linie M4 auf, einer der am stärksten frequentierten Linien im Berliner Straßenbahnnetz. Die BVG teilte mit, dass der 50 Meter lange Zug Platz für 303 Fahrgäste bietet – eine leichte Korrektur gegenüber der ursprünglich genannten Zahl von 312, die sich laut BVG nur auf den Prototyp bezog.
Hintergrund und Verzögerungen
Eigentlich sollte der Urbanliner bereits im Februar in den Fahrgastbetrieb gehen. Ein geplantes Event mit dem Regierenden Bürgermeister Kai Wegner (CDU) wurde jedoch kurzfristig abgesagt. Grund waren Uneinigkeiten mit der Zulassungsbehörde, insbesondere hinsichtlich des Fahrzeuggewichts. Im Bereich des Alexanderplatzes mussten im U-Bahn-Tunnel zwei zusätzliche Stützen eingebaut werden, um die Sicherheit zu gewährleisten.
Die Technische Aufsichtsbehörde muss jedes Fahrzeug für jede Linie einzeln zulassen. Daher bezieht sich das Genehmigungsverfahren bisher ausschließlich auf die Linie M4. BVG-Chef Henrik Falk betonte: „Mit diesen Neuwagen stellen wir nach der U-Bahn- auch die Straßenbahnflotte für die nächsten Jahrzehnte leistungsfähig auf.“
Auslieferung und Perspektiven
In den kommenden Wochen und Monaten werden weitere Urbanliner ausgeliefert. Bis zum Jahresende sollen 15 Züge im Einsatz sein, bis Ende 2028 dann insgesamt 30. Perspektivisch sollen die Fahrzeuge auch auf anderen Linien verkehren. Der Urbanliner wird vom Hersteller Alstom gebaut und war bereits im Sommer 2024 in den Testbetrieb gegangen, wobei ein Fahrgastbetrieb für das erste Quartal 2025 angekündigt wurde.



