Kelkheim: Mann ersticht Ehefrau auf offener Straße – Haftrichter prüft U-Haft
Mann ersticht Ehefrau in Kelkheim – Haftrichter prüft U-Haft

Nach der tödlichen Attacke mit einer Stichwaffe auf seine Ehefrau im hessischen Kelkheim wird der mutmaßliche Täter voraussichtlich am späten Nachmittag einem Haftrichter vorgeführt. Wie die Staatsanwaltschaft der Deutschen Presse-Agentur mitteilte, prüft der Haftrichter beim Amtsgericht Frankfurt, ob der Beschuldigte in Untersuchungshaft genommen wird. Weitere Angaben zu den laufenden Ermittlungen könnten in diesem frühen Verfahrensstadium nicht gemacht werden, ergänzte die Behörde.

Die Tat am Marktplatz

Der Mann hatte nach früheren Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft am Dienstagabend seine Frau im Freien nahe dem Marktplatz von Kelkheim getötet. Zeugen überwältigten ihn und hielten ihn fest, bis Polizisten ihn festnahmen. Dabei wurde der Angreifer laut Polizei leicht verletzt. Die Tat vor vielen Zeugen löste weithin Entsetzen aus. Motiv und Hintergründe waren vorerst unklar. Die Ermittlungen etwa mit Spurensicherung und Zeugenbefragungen liefen auf Hochtouren. Dem Verbrechen war offensichtlich ein Streit vorausgegangen.

Zeugenbericht: „Alles voller Blut“

Ein Augenzeuge, der nur seinen Vornamen Peter nennen wollte, berichtete, er sei nur etwa fünf Meter von der Attacke entfernt gewesen. Ein Mann, der womöglich betrunken gewesen sei, habe dem Opfer mit einer Machete in den Hals gestochen: „Alles voller Blut. Ich bin um mein Leben gerannt.“ Die Frau sei in dieselbe Richtung geflohen und dann – das habe er nicht mehr gesehen – anscheinend kollabiert, sagte der Zeuge. Er habe nur einen einzigen Stich gesehen, dann sei die Attacke schon „vorbei“ gewesen.

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Ermittlungen zur Tatwaffe

Die Polizei sprach vorerst allgemein von einer Stichwaffe, nicht von einer Machete. Nach ihren Angaben erlag die attackierte Ehefrau noch am Tatort nahe der Frankfurter Straße ihren Verletzungen. Die Umgebung war am Abend belebt. „Dort gibt es verschiedene Lokalitäten. Entsprechend hatten wir dann auch den Publikumsverkehr“, sagte ein Polizeisprecher. Seelsorger seien vor Ort gewesen. „Das ist psychisch eine entsprechende Belastung, wenn man so etwas miterleben musste“, ergänzte der Sprecher.

Spurensicherung am Tatort

Am Tatort waren zahlreiche Einsatzkräfte. Blaulicht flackerte auf etlichen Fahrzeugen. Rot-weiße Flatterbänder versperrten Passanten den Zugang zum Tatort. Die Spurensicherung untersuchte in weißer Schutzkleidung teils Zentimeter für Zentimeter den Boden. Die Feuerwehr leuchtete den Tatort am späteren Abend hell aus.

Femizid als mögliches Motiv?

Polizei und Staatsanwaltschaft äußerten sich vorerst nicht zu der Frage, ob es sich bei dem Verbrechen um einen Femizid gehandelt haben könnte. Dieser Begriff wird generell verwendet, wenn Frauen aufgrund ihres Geschlechts gezielt getötet werden – also weil sie Frauen sind. Als häufigste Form gilt die Tötung von Frauen durch Partner oder Ex-Partner. Zu den Tatmotiven der geschlechtsspezifischen Tötung von Frauen zählen männliches Besitzdenken, Frauenverachtung, sexuelle Frustration, Frauenhass sowie Kontroll- und Dominanzstreben.

Kelkheim: Eine Stadt unter Schock

Die 28.000-Einwohner-Stadt Kelkheim im Main-Taunus-Kreis liegt rund zehn Kilometer nordwestlich des Frankfurter Stadtteils Unterliederbach. Die Bluttat hat die Bevölkerung tief erschüttert. Die Ermittlungen dauern an.

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