Fazit Fußball-WM: MagentaTV dominiert, ARD und ZDF nur noch Sublizenznehmer
Fazit Fußball-WM: MagentaTV dominiert, ARD und ZDF nur Sublizenznehmer

Nach 38 Tagen endet am Sonntag die Fußball-WM auch für die übertragenden Sender. Die Leistungen von Experten und Kommentatoren bleiben Geschmackssache, doch für die Zukunft ist eines klar: An MagentaTV führt beim großen Fußball kein Weg mehr vorbei. ARD und ZDF werden bei künftigen Turnieren nur noch als Sublizenznehmer auftreten können.

MagentaTV setzt Maßstäbe mit Top-Experten

Alle 101 Spiele der XXL-WM liefen bei MagentaTV live, viele wichtige auch bei ARD und ZDF. Doch die WM-Stimmung blieb am Bildschirm oft aus – auch wegen des frühen deutschen Ausscheidens und der späten Anstoßzeiten. MagentaTV überzeugte indes mit einem Aufgebot an Experten, das die öffentlich-rechtlichen Sender nicht bieten konnten. Der designierte Bundestrainer Jürgen Klopp hatte viel zu erzählen, Thomas Müller zeigte sichtlich Spaß, und Mats Hummels erholte sich von seinem Frust nach dem DFB-Aus. Johannes B. Kerner gelang es meist, die Runde zu bändigen, während Laura Wontorra dies nur bedingt gelang.

ARD mit puristischem Ansatz vorne

Bei der ARD galt der Leitspruch „Weniger ist mehr“. Im Vergleich zum ZDF war das Erste der deutliche Sieger. Die Übertragungen kamen eher nüchtern daher, und Bastian Schweinsteiger trug wenig bei außer seinem freundlichen Nuscheln. Dennoch punktete die ARD mit ihrem puristischen Ansatz. Das ZDF-Konzept mit Studio-Publikum war dagegen anstrengend und die hohe Expertendichte auf dem übergroßen Sofa wirkte überladen. Per Mertesacker und Christoph Kramer gefielen sich in ihrer kontroversen Rolle, was aber auch abgenutzt wirkt. Christian Streichs Expertise blieb oft in schwer verständlichen Analysen stecken, anders als bei Robin Gosens, der völlig unterging.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Kommentatoren: Geschmackssache, Magenta vorn

Frauen sind bei großen Fußballwettbewerben inzwischen selbstverständlich am Mikrofon. Claudia Neumann polarisiert zwar, hat aber Verstärkung bekommen. Die Kommentatorenleistungen waren wie immer Geschmackssache: Gari Paubandt wirkte im Halbfinale Frankreich-Spanien überfordert, im Endspiel übernimmt Oliver Schmidt (ZDF) – die sichere Wahl. Tom Bartels (ARD) kommentierte souverän. MagentaTV liegt mit Wolff Fuss vorn, der trotz anfänglicher Probleme mit Experte Robert Andrich solo in Topform ist. Er kommentiert nicht nur Argentinien gegen England, sondern auch das Finale. Schön wäre, wenn er in brenzligen Situationen auf unnatürliche Lautstärke verzichten würde.

Blick nach vorn: ARD und ZDF nur Sublizenznehmer

Wenn das Turnier am Sonntag zu Ende geht, richtet sich der Blick nach vorn. 2027 laufen bei der Frauen-WM in Brasilien wieder alle Spiele live beim Telekomsender, 2028 bei der Männer-EM in Großbritannien und Irland ebenso. ARD und ZDF bleibt nur die Rolle als Sublizenznehmer. Angesichts der Übertragungen von der WM in Nordamerika lässt sich sagen: An MagentaTV führt beim großen Fußball kein Weg mehr vorbei.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration