Die finanzielle Belastung für Pflegebedürftige in Pflegeheimen in Berlin und Brandenburg ist erneut gestiegen. Nach Angaben des Verbands der Ersatzkassen (vdek) liegt die Eigenbeteiligung in Berlin nun bei durchschnittlich 3.749 Euro pro Monat, in Brandenburg bei 3.476 Euro. Das sind rund 300 Euro mehr als vor einem Jahr.
Kostenentwicklung im Jahresvergleich
Die aktuellen Zahlen beziehen sich auf den 1. Juli 2026. Ein Jahr zuvor betrug der Eigenanteil im ersten Jahr ohne Zuschüsse in Berlin 3.447 Euro und in Brandenburg 3.165 Euro. Der Anstieg zeigt, dass die Kosten für Pflegeheime kontinuierlich steigen, was Pflegebedürftige und ihre Angehörigen vor finanzielle Herausforderungen stellt.
Die Eigenbeteiligung setzt sich aus dem einrichtungseinheitlichen Eigenanteil (EEE) für die Pflege sowie aus Kosten für Unterkunft, Verpflegung und Investitionen zusammen. Der EEE ist innerhalb eines Pflegeheims für alle Bewohner gleich, variiert jedoch von Einrichtung zu Einrichtung und umfasst auch Ausbildungskosten für künftige Pflegekräfte.
Zuschüsse der Pflegekassen entlasten je nach Aufenthaltsdauer
Die Pflegekassen gewähren Zuschüsse, die auf den EEE angerechnet werden. Diese steigen mit der Aufenthaltsdauer: Im ersten Jahr beträgt der Zuschuss 15 Prozent, nach dem ersten Jahr 30 Prozent, nach dem zweiten Jahr 50 Prozent und nach dem dritten Jahr 75 Prozent. Dadurch reduziert sich die tatsächliche Belastung für die Bewohner.
In Berlin ergeben sich daraus folgende monatliche Eigenanteile: Im ersten Jahr 3.388 Euro, im zweiten Jahr 3.026 Euro, im dritten Jahr 2.544 Euro und ab dem vierten Jahr 1.942 Euro. In Brandenburg sind es im ersten Jahr 3.150 Euro, im zweiten Jahr 2.824 Euro, im dritten Jahr 2.390 Euro und ab dem vierten Jahr 1.847 Euro.
Bedeutung für Pflegebedürftige und Angehörige
Die steigenden Kosten bedeuten für viele Pflegebedürftige und ihre Familien eine erhebliche finanzielle Mehrbelastung. Die Zuschüsse der Pflegekassen mildern die Kosten im Laufe der Zeit, doch gerade in den ersten Jahren bleibt die Belastung hoch. Experten fordern daher weitere Maßnahmen, um die Pflege finanzierbar zu halten.



