Sechs Geburten: Eine Deutsche als Leihmutter in den USA
Sechs Geburten: Eine Deutsche als Leihmutter in den USA

Sechs Geburten in einem Leben – das ist außergewöhnlich. Mirjam Johns hat diese Zahl erreicht, und drei dieser Kinder kamen nicht für sie selbst zur Welt. Die gebürtige Schweinfurterin lebt seit 21 Jahren in den USA und hat dort mehrfach für andere Paare als Leihmutter ein Kind ausgetragen. Ihre Familie hat diesen Weg begleitet und spricht nun im Interview mit dem SPIEGEL darüber, wie sich diese Zeit angefühlt hat.

Das Gespräch führte die SPIEGEL-Redakteurin Heike Klovert und erschien am 2. August 2026. Die Überschrift des Interviews, „Ihr Brot, mein Ofen“, bringt eine pragmatische Sicht auf die Sache auf den Punkt: Es geht um Geben und Nehmen – hier das ersehnte Kind, dort eine Vergütung. In den USA ist kommerzielle Leihmutterschaft in vielen Bundesstaaten erlaubt und üblich. In Deutschland dagegen ist sie verboten, was viele Paare dazu bringt, ins Ausland auszuweichen.

Sechs Schwangerschaften, drei Kinder für andere

Miriam Johns hat drei leibliche Kinder geboren und drei weitere für andere Paare ausgetragen. Das bedeutet: sechs Schwangerschaften, sechs Geburten, sechs Wochenbetten. Ihr Körper hat über die Jahre viel geleistet. Als sie begann, in den USA zu leben, war ihr die Option der Leihmutterschaft näher als in der alten Heimat. In vielen Staaten ist der Ablauf rechtlich klar geregelt, Ärzte und Agenturen begleiten den Prozess professionell.

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Die Planung einer Leihmutterschaft beginnt oft mit der Auswahl einer Agentur, medizinischen Checks und psychologischen Gutachten. Wie genau Mirjam Johns den Prozess erlebt hat, wird im Interview deutlich. Ihre Familie erinnert sich an die Zeit der Anspannung, aber auch an die große Freude nach jeder Geburt.

Ein Leben mit besonderen Erfahrungen

Für die drei leiblichen Kinder von Mirjam Johns war es selbstverständlich, dass ihre Mutter auch anderen Frauen hilft. Sie sind mit dem Thema aufgewachsen und haben miterlebt, wie ihre Mutter die Schwangerschaften erlebte – mit allen Höhen und Tiefen. Die Familie berichtet, dass manche Angehörigen anfangs skeptisch waren, sich im Laufe der Zeit aber überzeugen ließen.

Die sechs Geburten haben Spuren hinterlassen, körperlich und seelisch. Doch die Familie betont, dass die Erfahrung sie auch bereichert hat. Der Austausch mit den auftraggebenden Familien, die Erleichterung, wenn das Baby gesund zur Welt kommt – das sind Momente, die keiner der Beteiligten vergisst.

Leihmutterschaft in den USA: Ein rechtlicher Flickenteppich

Die USA gelten als das gelobte Land der Leihmutterschaft, aber es gibt keine einheitliche Gesetzgebung. Kalifornien ist liberal, andere Bundesstaaten verbieten die Praxis oder stellen strenge Bedingungen. Verträge regeln die Rechte und Pflichten aller Seiten. Paare aus aller Welt suchen hier nach Wegen, ihren Kinderwunsch zu erfüllen, weil in ihren Heimatländern Grenzen gesetzt sind.

Mirjam Johns hat in diesem System ihren Platz gefunden. Sie kannte das Land, die Sprache und die Kultur, als sie ihre ersten Schritte in diese Richtung machte. Das erleichterte vieles – anders als bei Frauen, die aus dem Ausland anreisen und sich in einer fremden Rechtslage zurechtfinden müssen.

Was bleibt, ist die Verbundenheit mit Schweinfurt

Auch wenn Mirjam Johns seit 21 Jahren in den USA lebt, ist sie in Deutschland verwurzelt. Die Familie pflegt Kontakte nach Schweinfurt, besucht Verwandte und spricht über die alten Zeiten. Gleichzeitig ist die Wahlheimat USA längst zur zweiten Heimat geworden. Die Kinder sind dort aufgewachsen, Freundschaften entstanden, ein neues Leben hat sich entwickelt.

Die Geschichte dieser Familie zeigt, wie vielfältig Lebensentwürfe heute sein können. Sie macht aber auch deutlich, dass Leihmutterschaft ein Thema ist, das viele emotionale Fragen aufwirft – von der rechtlichen Anerkennung bis zur ethischen Bewertung. Die Familie von Mirjam Johns hat für sich eine Antwort gefunden, die sie verantworten kann – und sie hat sie im SPIEGEL geteilt.

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