Tagelange Dauerbelastung, Schlafdefizit und permanenter Wettkampfdruck – der Iron Cage bringt selbst trainierte Athleten an ihre Grenzen. Doch was bedeutet ein solches Extrem-Event für Menschen mit Prädiabetes oder Diabetes Typ 2? Der Diabetologe Matthias Riedl ordnet die Risiken und Chancen ein.
Bei Prädiabetes gelten grundsätzlich keine besonderen Einschränkungen. Entscheidend ist, dass Betroffene verstehen, wie sich körperliche Belastung auf den Blutzucker auswirkt. Laut Riedl wird die diabetische Stoffwechsellage durch Bewegung deutlich gebessert. Ein seltener Sonderfall sei die Pseudounterzuckerung, bei der Symptome wie Schwindel oder Schwäche auftreten, obwohl der Blutzucker nicht kritisch sinkt. In solchen Fällen sollten Kohlenhydrate zugeführt werden.
Bei manifestem Diabetes Typ 2 hängt vieles von der individuellen Einstellung ab. Riedl betont, dass eine stabile Blutzucker-Einstellung sehr wichtig sei. Bewegung könne die Insulinsensitivität verbessern, aber bei entsprechender Therapie bestehe die Gefahr einer Unterzuckerung, besonders nach intensiver Belastung. Regelmäßige Kontrollen und eine angepasste Versorgung vor und nach dem Wettkampf seien entscheidend.
Regelmäßige moderate Bewegung bleibt laut Riedl eine der wichtigsten Säulen der Therapie. Ein Extrem-Event wie der Iron Cage ist bei Prädiabetes nicht automatisch gefährlich. Bei Diabetes Typ 2 entscheiden Einstellung, Therapie und fachliche Begleitung über die Sicherheit.



