Viele Hundehalter meinen es gut und nehmen ihren Vierbeiner überallhin mit. Doch nur weil ein Hund ruhig bleibt oder alles mitmacht, heißt das nicht, dass ihm jede Situation guttut. Hundetrainer Torsten Bencke erklärt, warum echte Tierliebe auch bedeutet, Grenzen zu setzen.
Menschenmengen bedeuten oft Stress
Ob Stadtfest, Party oder Straßenfest – für Hunde bedeutet das große Menschenmengen, Lärm und Enge. Verknüpft werden solche Situationen meist als unangenehme Erfahrung. Selbst wenn sie gelassen wirken, können sie dabei unter erheblichem Stress stehen. „Er ist nicht müde, er ist erschöpft“, sagt Bencke gegenüber PETBOOK. Der Hund funktioniere häufig nur, statt sich wohlzufühlen.
Ein Garten ersetzt keinen Spaziergang
Ein eigener Garten ist praktisch, aber kein Ersatz für gemeinsame Spaziergänge. Dort fehlt die gemeinsame Beschäftigung mit dem Halter. Stattdessen können Hunde sich unerwünschte Verhaltensweisen angewöhnen, etwa indem sie Vögeln oder anderen Reizen hinterherjagen. Auslastung und Orientierung bietet vor allem der gemeinsame Spaziergang.
Nicht jeder möchte angefasst werden
Viele Menschen fragen: „Darf ich den mal streicheln?“ In so einer Situation rät Bencke, den Hund selbst entscheiden zu lassen. Nur weil das Haustier normalerweise freundlich ist, muss es sich nicht von Fremden anfassen lassen. Weicht der Hund beispielsweise zurück, dreht den Kopf weg oder legt die Ohren an, sollte dieses Signal respektiert werden. Erzwungener Kontakt bedeutet für viele Vierbeiner zusätzlichen Stress.
Rückzugsmöglichkeiten sind wichtig
Hunde brauchen die Möglichkeit, sich einer Situation entziehen zu können. Müssen sie stundenlang unter einem Restauranttisch oder auf einer Feier ausharren, kann sie das eher überfordern als beruhigen. Auch das Büro ist nicht für jeden Hund geeignet. Manche Tiere reagieren dort auf den Trubel oder auf fremde Menschen mit dauerhaftem Stress. Ob ein Hund solche Situationen gut bewältigen kann, hängt immer von seinem eigenen Charakter und seinen individuellen Bedürfnissen ab.



