Altersvorsorge ab 40: ETF-Sparplan und Steuertricks für den Ruhestand
Altersvorsorge ab 40: ETF-Sparplan und Steuertricks

Wer mit 40 Jahren noch keine ausreichende Altersvorsorge hat, muss nicht in Panik verfallen, aber jetzt entschlossen handeln. Laut Stiftung Warentest können Sparer, die ab 40 Jahren monatlich 300 Euro in einen breit gestreuten ETF-Sparplan investieren, bis zum Renteneintritt mit 67 Jahren ein Vermögen von rund 200.000 Euro aufbauen – bei einer angenommenen Rendite von 5 Prozent pro Jahr. Das zeigt: Es ist nie zu spät, aber die Zeit wird knapp.

Warum der Start ab 40 so wichtig ist

Die gesetzliche Rente wird auch künftig nicht ausreichen, um den gewohnten Lebensstandard zu halten. Das Rentenniveau sinkt bis 2039 voraussichtlich auf 43 Prozent des Durchschnittseinkommens, wie die Bundesregierung in ihrem Rentenversicherungsbericht feststellt. Deshalb ist die private Vorsorge unverzichtbar. Ab 40 haben Sie noch rund 27 Jahre bis zum regulären Rentenbeginn – genug Zeit, um von Zinseszinseffekten zu profitieren, aber zu wenig, um Fehler zu machen.

ETF-Sparplan: Der Klassiker für den Vermögensaufbau

Der einfachste Weg ist ein Sparplan auf einen weltweit gestreuten Aktien-ETF, etwa auf den MSCI World oder den FTSE All-World. Diese Fonds bilden die Entwicklung von tausenden Unternehmen weltweit ab und bieten eine breite Risikostreuung. Historisch erzielten solche Anlagen eine durchschnittliche Rendite von etwa 7 Prozent pro Jahr. Wer 400 Euro monatlich ab 40 anlegt, kann bei 7 Prozent Rendite auf ein Endkapital von über 400.000 Euro bis zum 67. Lebensjahr kommen. Bei 300 Euro sind es immerhin rund 300.000 Euro.

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Wichtig ist, den Sparplan konsequent durchzuziehen, auch in Krisenzeiten. Kurseinbrüche wie in der Finanzkrise 2008 oder der Corona-Krise 2020 haben sich langfristig immer wieder erholt. Wer dann weiterkauft, profitiert vom sogenannten Cost-Average-Effekt: Bei fallenden Kursen erhält man für den gleichen Betrag mehr Anteile, was die Rendite langfristig steigert.

Steuertricks: So sparen Sie bei der Entnahme

Ein oft übersehener Hebel ist die Steueroptimierung. Bei der Auszahlung aus einer privaten Rentenversicherung oder einem Banksparplan müssen nur die Erträge versteuert werden, nicht die eingezahlten Beiträge. Bei einem ETF-Depot fällt auf die Gewinne die Abgeltungsteuer von 26,375 Prozent inklusive Solidaritätszuschlag an. Es gibt jedoch einen jährlichen Sparer-Pauschbetrag von 1.000 Euro für Einzelpersonen und 2.000 Euro für Verheiratete. Den sollten Sie nutzen, indem Sie jährlich Gewinne realisieren, um den Pauschbetrag auszuschöpfen.

Ein weiterer Trick: die Teilfreistellung. Bei Aktienfonds sind 30 Prozent der Erträge steuerfrei. Das senkt die effektive Steuerlast erheblich. Wer in einen thesaurierenden ETF investiert, muss die Steuer auf die jährlich anfallenden Vorabpauschalen zahlen – das ist aber meist gering. Bei der Entnahme in der Rente können Sie zudem Ihren persönlichen Steuersatz niedrig halten, indem Sie die Auszahlungen auf mehrere Jahre verteilen.

Riester-Rente und bAV: Zuschüsse nutzen

Auch die staatlich geförderte Riester-Rente kann ab 40 noch sinnvoll sein, insbesondere für Geringverdiener mit Kindern. Die Zulagen von bis zu 175 Euro pro Jahr plus 300 Euro pro Kind machen die Rendite attraktiv. Allerdings sind die Kosten oft hoch und die Flexibilität gering. Eine Alternative ist die betriebliche Altersvorsorge (bAV) über den Arbeitgeber. Viele Arbeitgeber zahlen einen Zuschuss von 15 Prozent auf die umgewandelten Beträge. Das ist ein garantierter Renditebaustein.

Immobilie als Altersvorsorge: Nicht für jeden geeignet

Eine selbst genutzte Immobilie kann im Alter mietfrei wohnen ermöglichen. Allerdings bindet sie viel Kapital und birgt Risiken wie Instandhaltungskosten. Wer ab 40 eine Immobilie kauft, sollte die Finanzierung bis zum Rentenalter abbezahlt haben. Andernfalls droht im Ruhestand eine hohe Belastung. Die Entscheidung sollte gut durchgerechnet sein.

Der Mix macht's: Diversifikation über verschiedene Bausteine

Experten empfehlen, verschiedene Vorsorgebausteine zu kombinieren: gesetzliche Rente, betriebliche Altersvorsorge, private Vorsorge in Form von ETFs oder Fonds und eventuell Immobilien. So verteilen Sie das Risiko und nutzen unterschiedliche Steuervorteile. Ein Berater kann helfen, den passenden Mix zu finden, aber Vorsicht vor teuren Produkten mit hohen Abschlusskosten.

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Fazit: Jetzt handeln, aber mit Bedacht

Ab 40 ist die Zeit für Altersvorsorge nicht vorbei, aber sie erfordert konsequentes Handeln. Ein ETF-Sparplan ist eine einfache und kostengünstige Möglichkeit, langfristig Vermögen aufzubauen. Steuerliche Optimierungen können die Rendite zusätzlich erhöhen. Wichtig ist, sich frühzeitig zu informieren und gegebenenfalls professionelle Beratung einzuholen. Der Staat unterstützt mit Zulagen und Steuervorteilen, aber nur, wer aktiv wird, profitiert.