Gartler an der Hochschule: Neues Projekt in Kaufering
Gartler an der Hochschule: Neues Projekt in Kaufering

In Kaufering ist ein ungewöhnliches Projekt gestartet: Studenten der Hochschule Landshut arbeiten gemeinsam mit örtlichen Gartenbauern an der Neugestaltung öffentlicher Grünflächen. Das Besondere daran: Die Studenten bringen theoretisches Wissen aus dem Studium ein, während die Gartler ihre praktische Erfahrung beisteuern. Ziel ist es, nachhaltige und gleichzeitig ästhetisch ansprechende Lösungen zu entwickeln, die den Anforderungen des Klimawandels gerecht werden.

Kooperation zwischen Hochschule und Praxis

Die Idee entstand aus einem Seminar an der Fakultät für Agrarwissenschaften und Landschaftsarchitektur der Hochschule Landshut. Professorin Dr. Sabine Müller, die das Projekt leitet, betont: „Wir wollen die Studenten frühzeitig mit der Praxis vertraut machen und gleichzeitig einen Beitrag zur Stadtentwicklung leisten.“ Die Zusammenarbeit mit den Gartenbauern aus Kaufering sei dabei ein Glücksfall, da diese über langjährige Erfahrung mit den lokalen Boden- und Klimabedingungen verfügen.

Konkrete Maßnahmen und Ziele

In einem ersten Schritt wurden mehrere Flächen im Stadtgebiet ausgewählt, die umgestaltet werden sollen. Dazu gehören der Stadtpark, einige Grünstreifen entlang der Hauptstraße sowie der Vorplatz des Rathauses. Die Studenten haben in den vergangenen Monaten Entwürfe erarbeitet, die nun gemeinsam mit den Gartlern überarbeitet werden. Ein zentraler Aspekt ist die Verwendung von trockenheitsresistenten Pflanzen, die auch in heißen Sommern ohne zusätzliche Bewässerung auskommen. Zudem sollen insektenfreundliche Blühwiesen angelegt werden, um die Biodiversität zu fördern.

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Die Umsetzung ist in mehreren Phasen geplant. Zunächst werden die Flächen vorbereitet und die neuen Pflanzungen vorgenommen. Im Herbst sollen dann weitere Details wie Sitzgelegenheiten und Beleuchtung folgen. Die Gesamtkosten werden auf rund 150.000 Euro geschätzt, wobei die Stadt Kaufering einen Großteil übernimmt und Fördermittel vom Freistaat Bayern eingeworben werden sollen.

Ein Gewinn für alle Beteiligten

Für die Studenten bietet das Projekt die Möglichkeit, ihre theoretischen Kenntnisse in der Praxis anzuwenden und wertvolle Kontakte zu knüpfen. Die Gartler wiederum profitieren von den frischen Ideen und dem wissenschaftlichen Hintergrund der jungen Leute. „Wir haben schon einige Anregungen erhalten, die wir so nicht in Betracht gezogen hätten“, sagt der Vorsitzende des örtlichen Gartenbauvereins, Hans-Peter Schmid. „Die Zusammenarbeit ist eine Bereicherung für unseren Berufsstand.“

Die Stadt Kaufering erhofft sich durch das Projekt nicht nur eine Verschönerung des Stadtbildes, sondern auch eine Stärkung des Gemeinschaftsgefühls. Bürgermeister Erich Stöckl erklärte: „Wir sind stolz, dass wir dieses Pilotprojekt hier in Kaufering durchführen können. Es zeigt, wie Wissenschaft und Praxis Hand in Hand gehen können, um unsere Lebensqualität zu verbessern.“

Zukunftsperspektiven

Das Projekt ist zunächst auf ein Jahr angelegt, doch alle Beteiligten können sich eine Verlängerung vorstellen. Die gesammelten Erfahrungen sollen in die Lehre an der Hochschule einfließen und möglicherweise als Modell für andere Kommunen dienen. Professorin Müller hofft, dass aus der Zusammenarbeit eine dauerhafte Partnerschaft entsteht: „Wir haben hier eine Win-win-Situation, die wir gerne weiter ausbauen möchten.“

Bis zum Sommer sollen die ersten Flächen fertiggestellt sein, dann können die Bürgerinnen und Bürger die Ergebnisse im Stadtbild bewundern. Eine offizielle Einweihung ist für den Tag der Städtebauförderung im Mai geplant.

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