Die US-Direktbank Chase führt derzeit die Tagesgeld-Zinsliste mit einem Aktionszins von 4,0 Prozent pro Jahr für vier Monate an. Wer kurzfristig Geld parken möchte, findet aber auch bei anderen Instituten lukrative Angebote – von der Consorsbank mit 3,4 Prozent für fünf Monate bis hin zur Norisbank mit einer unbegrenzten Zinsgarantie. Der folgende Überblick zeigt, welche Banken im August 2026 die attraktivsten Konditionen bieten und worauf Sparer achten sollten.
Chase: 4 Prozent p.a. für Neukunden
Die US-Direktbank Chase lockt Neukunden mit einem Aktionszins von 4,0 Prozent pro Jahr – für einen Zeitraum von vier Monaten. Dies ist der höchste derzeit verfügbare Aktionszins auf dem deutschen Tagesgeldmarkt. Nach Ablauf der Aktion gilt der variable Standardzins, der aktuell bei 0,75 Prozent liegt. Die Einlagensicherung erfolgt über Deutschland, da Chase als Zweigniederlassung der J.P. Morgan SE agiert.
Consorsbank: 3,4 Prozent für fünf Monate, auch für große Summen
Die Consorsbank gewährt aktuell 3,4 Prozent pro Jahr – jetzt sogar für fünf Monate statt der bisher üblichen drei. Besonders attraktiv: Der Zinssatz gilt für Einlagen bis zu einer Million Euro, was das Angebot auch für vermögende Anleger interessant macht. Die Zinsgutschrift erfolgt vierteljährlich.
Die Einlagen sind über die französische Muttergesellschaft BNP Paribas bis 100.000 Euro staatlich abgesichert (Frankreich, Bonität A+). Zusätzlich ist die Consorsbank Mitglied im freiwilligen Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken, der Privatkonten bis zu drei Millionen Euro absichert.
ING: Bis zu 3,75 Prozent mit Girokonto
Die ING hat ihre Tagesgeldzinsen kürzlich von 3,2 auf 3,75 Prozent pro Jahr angehoben – allerdings nur für Kunden, die zusätzlich ein Girokonto eröffnen. Ohne Girokonto erhalten Neukunden weiterhin 3,2 Prozent. Beide Aktionszinsen gelten für vier Monate und auf Einlagen bis 250.000 Euro. Danach greift der variable Standardzins von 0,75 Prozent.
Praktisch: Bei der ING müssen Neukunden kein Girokonto eröffnen, um das Tagesgeldkonto zu nutzen – als Referenzkonto genügt ein bestehendes Konto bei einer anderen Bank. Die Einlagensicherung erfolgt über Deutschland (AAA-Bonität) bis 100.000 Euro, zusätzlich greift der Einlagensicherungsfonds mit bis zu drei Millionen Euro.
Bank of Scotland: 3 Prozent für bis zu zwölf Monate
Die Bank of Scotland bietet Neukunden 3,0 Prozent pro Jahr auf Einlagen bis 50.000 Euro – und das für bis zu zwölf Monate. Allerdings ist der langfristige Zins an Bedingungen geknüpft: Die Legitimation muss innerhalb von fünf Tagen erfolgen, und der EZB-Einlagenzins darf während der Aktionszeit nicht unter 1,25 Prozent sinken. Die Bank of Scotland schreibt dazu: „Sollte der EZB-Einlagenzins unter 1,25 Prozent p.a. fallen, endet der Anspruch auf den Willkommens-Zins vorzeitig, und zwar 30 Tage nach unserer Mitteilung hierüber.“
Die Kontoführung ist kostenlos und erfolgt vollständig online. Als Neukunde gilt, wer in Deutschland wohnt und in den letzten sechs Monaten kein Tagesgeldkonto bei der Bank of Scotland hatte. Die Einlagensicherung ist gesetzlich über Deutschland bis 100.000 Euro abgedeckt.
VW Bank: 3,1 Prozent für sechs Monate, Zinseszins inklusive
Die Volkswagenbank bietet 3,1 Prozent pro Jahr auf neu angelegtes Tagesgeld – für vergleichsweise lange sechs Monate. Der Zinssatz gilt ab dem ersten Cent, eine Mindesteinlage gibt es nicht. Dank monatlicher Zinszahlung profitieren Sparer vom Zinseszinseffekt. Nach der Aktionszeit gilt der variable Standardzins von aktuell 1,0 Prozent.
Die Einlagensicherung erfolgt über Deutschland (AAA-Bonität) bis 100.000 Euro sowie über den Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken mit bis zu drei Millionen Euro.
Norisbank: 2,25 Prozent unbegrenzt – mit Bedingungen
Die Norisbank bietet Neukunden 2,25 Prozent pro Jahr – allerdings ohne zeitliche Begrenzung, solange ein zusätzlich eröffnetes Girokonto besteht. Wird das Girokonto gekündigt, fällt der Zins auf den variablen Standardzins von 0,75 Prozent zurück. Zudem müssen Neukunden per Video legitimiert werden, dürfen in den letzten zwölf Monaten kein Kunde gewesen sein und müssen bis zum 30. November 2026 mindestens drei Zahlungspartner per Kontowechselservice übertragen. Als Bonus gibt es eine Wechselprämie von 120 Euro.
Die Zinsgutschrift erfolgt quartalsweise, die Einlagensicherung ist über Deutschland bis 100.000 Euro gewährleistet.
BBVA: 3,5 Prozent auf dem Girokonto
Die spanische Bank BBVA verzinst Guthaben auf ihrem kostenlosen Girokonto in den ersten sechs Monaten mit 3,5 Prozent pro Jahr – bis 200.000 Euro. Das Guthaben ist jederzeit verfügbar, funktional wie ein Tagesgeldkonto. Die Zinsen werden monatlich gutgeschrieben, was den Zinseszinseffekt verstärkt. Nach sechs Monaten richtet sich die Verzinsung variabel nach Kontoguthaben und Nutzung. Die Einlagensicherung erfolgt über Spanien bis 100.000 Euro, wobei Spanien eine geringere Bonität als Deutschland aufweist.
Santander: 2,75 Prozent für vier Monate, ohne Mindesteinlage
Santander (bald Openbank) bietet Neukunden 2,75 Prozent pro Jahr für vier Monate – auf unbegrenzte Einlagen und ohne Mindesteinlage. Danach sinkt der Zins auf 0,3 Prozent. Als Neukunde gilt, wer in den letzten zwölf Monaten kein Santander-Tagesgeldkonto hatte. Die Einlagensicherung erfolgt über Deutschland (AAA) bis 100.000 Euro sowie über den Einlagensicherungsfonds.
Scalable Capital: 2,5 Prozent variabel, aber flexibel
Scalable Capital bietet ein Tagesgeldkonto mit 2,5 Prozent pro Jahr – allerdings variabel und nicht garantiert. Der Zins orientiert sich an Marktbedingungen und Leitzins, kann also jederzeit angepasst werden. Die Verzinsung erfolgt täglich, die Gutschrift monatlich. Das Einlagevolumen ist unbegrenzt. Die Einlagensicherung beträgt 100.000 Euro pro Kunde, mit PRIME+ sogar bis 500.000 Euro über Partnerbanken.
Fazit: Tagesgeld auch nach Zinssenkungen attraktiv
Trotz gesunkener Leitzinsen bleiben Tagesgeldkonten eine sinnvolle Option für kurzfristige Anlagen. Neukunden können mit Aktionszinsen von bis zu 4 Prozent profitieren, wobei die Konditionen stark variieren. Wer sich für ein Angebot entscheidet, sollte die Laufzeiten, Einlagensicherung und weitere Bedingungen wie Girokonto-Eröffnungen genau prüfen. Ein regelmäßiger Vergleich lohnt sich, bevor der Aktionszins ausläuft.



