Vietnamesisches Bananeneis: Kühle Köstlichkeit für unter 1 Euro
Bananeneis aus Vietnam: Kühlung für unter 1 Euro

Ein erfrischendes Dessert aus Vietnam erobert die heimischen Küchen: Kem chuối, ein Bananeneis, das ohne Eismaschine auskommt und pro Portion weniger als einen Euro kostet. Die südostasiatische Spezialität vereint süße, reife Bananen mit einer Creme aus gesüßter Kokosmilch und knusprigen Toppings wie Erdnüssen oder Kokosraspeln. Das Eis ist ideal für heiße Sommertage und lässt sich mit wenigen Zutaten und ohne teure Geräte zubereiten.

Was ist Kem chuối?

Kem chuối, gesprochen etwa „Kem-Dschuy“, bedeutet übersetzt einfach „Bananeneis“. Doch dahinter steckt mehr als nur gefrorene Früchte. Die Bananen werden plattgedrückt, mit einer angedickten, gesüßten Kokosmilch bedeckt und mit gehackten Erdnüssen oder Kokosraspeln bestreut. Anschließend friert die Mischung zu einem cremigen Eisriegel, der an warmen Tagen für Abkühlung sorgt.

SPIEGEL-Redakteur und Hobbykoch Sebastian Maas stellt das Rezept in seiner Kolumne „Kochen ohne Kohle“ vor. Die Kolumne richtet sich an alle, die mit wenig Budget kochen möchten: Eine Portion darf maximal drei Euro kosten, und teure Spezialgeräte sind tabu. Maas entdeckte das Eis während einer Vietnamreise im Februar, als er die Vielfalt süßer Leckereien des Landes erkundete – von Mandelcroissants über Klebreisbällchen bis hin zu 39 neuen Kaffeespezialitäten.

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Zwei Zubereitungswege für jeden Bedarf

Vor dem Kochen sollte man sich für eine von zwei Varianten entscheiden. Die erste Möglichkeit: Alle Bananen in einer Form plattdrücken, die gesüßte Kokosmilch darüber gießen und nach dem Einfrieren in gleich große Eisriegel schneiden – ideal für Partys. Die zweite Variante: Einzelne Bananen in Backpapier oder Gefrierbeutel quetschen und samt Kokoscreme als Einzelportionen einfrieren – perfekt für kleine Haushalte.

Unabhängig von der Methode erhält man ein natürliches Eis mit wenigen Zutaten. Wichtig ist, nicht zu sparsam mit Zucker und Fett umzugehen: Leichte Kokosmilch mit zu viel Wasser friert kristallin und hat kein angenehmes Mundgefühl. Fehlt die Süße, schmeckt das Ergebnis nur wie eine gefrorene Banane.

Die Wahl der richtigen Bananen

Die Bananen sollten reif und weich sein, aber noch nicht dunkel und überreif. Dieser „Sweetspot“ sorgt dafür, dass die Frucht süß und gut formbar ist, ohne im Eisfach schwarz zu werden. Wer es authentischer mag, findet in asiatischen Feinkostläden kleine Fingerbananen aus Südostasien. Der Einfachheit halber eignen sich aber auch herkömmliche Bananen.

Kreativität ist erwünscht

Ein starres Rezept gibt es nicht – eher einen groben Leitfaden. Alles, was schmeckt, kann in oder auf die Kokosmilch: geröstete Kokoschips, Vanilleextrakt, gesüßte Kondensmilch oder Pandanblätter. Eine Prise Salz oder ein Löffel Joghurt brechen die Reichhaltigkeit der Kokosmilch auf. Kokosraspeln lassen sich vorher anrösten, und Bananen können karamellisiert werden, wenn man Eindruck schinden möchte.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

Die Zubereitung dauert etwa 15 Minuten, plus mindestens vier Stunden Gefrierzeit. Zuerst die Kokosmilch aufkochen und nach Geschmack süßen. Speisestärke oder Puddingpulver kalt anrühren und in die Kokosmilch einrühren, um sie anzudicken. Die Mischung etwas abkühlen lassen und abschmecken – optional mit etwas Naturjoghurt. Dann die Bananen in einer Form oder einzeln plattdrücken, die Kokoscreme darüber geben und mit Kokosraspeln und gehackten Erdnüssen bestreuen. Für mindestens vier Stunden einfrieren. Bei der Formvariante lässt sich das Eis dank Frischhaltefolie leicht herausheben und in Stücke schneiden.

Resteverwertung: Pudding statt Eis

Wer nach dem Einfrieren noch Kokoscreme oder Toppings übrig hat oder keine Lust auf Eis hat, kann alle Zutaten auch zu einem sehr leckeren Pudding verrühren. Dafür ein paar Bananen klein machen, die mit Puddingpulver angedickte, einmal aufgekochte Kokoscreme darüber gießen und mit Kokosraspeln und Erdnüssen garnieren. Abkühlen lassen ist optional.

Maas betont: „Ein korrektes Rezept gibt es nicht, eher einen groben Leitfaden. Am Ende kann man alles in und auf die Kokosmilch geben, was man mag.“ Das Rezept ist Teil der Serie „Kochen ohne Kohle“, die weitere günstige Gerichte und Rezepte umfasst.

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