Der Bund will den Klinikpark in Augsburg doch noch erhalten. Das Bundesbauministerium bestätigte am Donnerstag, dass ein Neubau des Uniklinikums geplant ist. Die Investitionskosten werden auf rund 1,5 Milliarden Euro geschätzt. Damit reagiert der Bund auf die Kritik an den bisherigen Plänen, die einen Abriss des bestehenden Klinikums vorgesehen hatten.
Hintergrund: Der Klinikpark in Augsburg
Der Klinikpark in Augsburg ist ein bedeutendes medizinisches Zentrum in Bayern. Das bestehende Uniklinikum ist jedoch in die Jahre gekommen und entspricht nicht mehr den modernen Anforderungen an eine Universitätsklinik. Deshalb gab es Überlegungen, das Klinikum abzureißen und an einem anderen Standort neu zu bauen. Diese Pläne stießen jedoch auf erheblichen Widerstand in der Bevölkerung und bei lokalen Politikern.
Der Neubau soll nun auf dem bestehenden Gelände erfolgen. Laut Bundesbauministerium wird der Neubau in mehreren Phasen errichtet, um den laufenden Krankenhausbetrieb nicht zu unterbrechen. Die Planungen sehen vor, dass das neue Klinikum modernste medizinische Einrichtungen und eine verbesserte Patientenversorgung bietet.
Reaktionen aus der Politik
Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) begrüßte die Entscheidung des Bundes. „Das ist ein wichtiges Signal für den Medizinstandort Augsburg und ganz Bayerisch-Schwaben“, sagte er. Auch der Augsburger Oberbürgermeisterin Eva Weber (CSU) zufolge ist dies ein „großer Erfolg für die Region“. Sie betonte, dass der Erhalt des Klinikparks auch für die Arbeitsplätze und die Wirtschaft in der Region von großer Bedeutung sei.
Die Bundestagsabgeordnete Ulrike Bahr (SPD) zeigte sich ebenfalls erfreut. „Der Bund hat erkannt, dass der Klinikpark eine Zukunft braucht“, sagte sie. Sie forderte jedoch, dass die Finanzierung langfristig gesichert sein müsse.
Bedeutung für die Region
Der Neubau des Uniklinikums hat weitreichende Auswirkungen auf die Region. Das Klinikum ist einer der größten Arbeitgeber in Augsburg und bildet jährlich zahlreiche Medizinstudenten aus. Mit dem Neubau werden moderne Lehr- und Forschungsmöglichkeiten geschaffen. Auch die Patientenversorgung soll verbessert werden, insbesondere in den Bereichen Onkologie und Herzmedizin.
Die Bauarbeiten sollen voraussichtlich im Jahr 2026 beginnen und bis 2035 abgeschlossen sein. Während der Bauzeit wird das Klinikum weiterhin in Betrieb bleiben. Die Planungen sehen vor, dass die einzelnen Bauabschnitte so koordiniert werden, dass der Klinikbetrieb möglichst wenig beeinträchtigt wird.
Kritik an den bisherigen Plänen
Die bisherigen Pläne, das Klinikum abzureißen und an einem anderen Standort neu zu bauen, waren auf heftige Kritik gestoßen. Kritiker bemängelten, dass ein Neubau an anderer Stelle zu einer Zersiedelung führen und die Infrastruktur in der Innenstadt schwächen würde. Zudem hätten die Kosten für einen Abriss und Neubau an anderer Stelle deutlich höher gelegen.
Der Bund hat nun reagiert und sich für den Erhalt des Standorts entschieden. Das Bundesbauministerium betonte, dass der Neubau auf dem bestehenden Gelände wirtschaftlicher und nachhaltiger sei. Zudem könnten bestehende Gebäude und Infrastruktur teilweise weitergenutzt werden.
Finanzierung und nächste Schritte
Die Finanzierung des Neubaus ist noch nicht vollständig geklärt. Der Bund hat angekündigt, sich mit einem erheblichen Betrag zu beteiligen. Auch der Freistaat Bayern wird sich voraussichtlich an den Kosten beteiligen. Die Gesamtkosten von 1,5 Milliarden Euro sollen über einen Zeitraum von mehreren Jahren verteilt werden.
In den kommenden Monaten sollen die Detailplanungen abgeschlossen werden. Danach wird die Ausschreibung für die Bauleistungen erfolgen. Das Bundesbauministerium rechnet damit, dass die ersten Bauarbeiten im Jahr 2026 beginnen können.
Der Neubau des Uniklinikums ist eines der größten Bauprojekte in Bayern in den kommenden Jahren. Er wird nicht nur die medizinische Versorgung verbessern, sondern auch ein Zeichen für die Zukunftsfähigkeit des Standorts Augsburg setzen.



