Die Ausgaben für Sozialleistungen in Sachsen-Anhalt sind im Jahr 2025 deutlich gestiegen. Wie das Statistische Landesamt in Halle mitteilte, beliefen sich die Gesamtausgaben für Hilfe zur Pflege, Hilfe zum Lebensunterhalt und Krankenbehandlungen auf 213 Millionen Euro. Das sind 30 Millionen Euro mehr als im Vorjahr, was einem Anstieg von 16,7 Prozent entspricht. Pro Kopf wurden damit rechnerisch 100 Euro für Sozialhilfe nach dem Sozialgesetzbuch XII ausgegeben.
Hilfe zur Pflege dominiert die Ausgaben
Der größte Kostenfaktor bleibt die Hilfe zur Pflege. Mit einem Anteil von gut 62 Prozent an den Gesamtausgaben wurden hierfür 24 Millionen Euro mehr ausgegeben als 2024. Insgesamt flossen 132 Millionen Euro in diesen Bereich. Die Hilfe zum Lebensunterhalt, die nicht erwerbsfähige Hilfebedürftige für das tägliche Leben und die soziale Teilhabe erhalten, stieg um vier Millionen Euro auf nun 51 Millionen Euro.
Steigende Kosten durch demografische Entwicklung
Die Zunahme der Ausgaben spiegelt den wachsenden Bedarf an Unterstützung wider, insbesondere im Bereich der Pflege. Die demografische Entwicklung in Sachsen-Anhalt, mit einem überdurchschnittlich hohen Anteil älterer Menschen, dürfte hier eine wesentliche Rolle spielen. Auch die allgemeine Kostenentwicklung im Gesundheitswesen trägt zu den höheren Ausgaben bei.
Blick auf die einzelnen Leistungsbereiche
Neben der Hilfe zur Pflege und der Hilfe zum Lebensunterhalt umfassen die Sozialleistungen auch Leistungen für Krankenbehandlungen. Dieser Bereich machte den restlichen Teil der Ausgaben aus. Die genauen Zahlen für die einzelnen Bereiche hat das Statistische Landesamt in seiner aktuellen Erhebung veröffentlicht.
Vergleich mit dem Bundestrend
Der Anstieg in Sachsen-Anhalt liegt über dem bundesweiten Durchschnitt, wo die Sozialhilfeausgaben im gleichen Zeitraum um etwa zehn Prozent zulegten. Das Land liegt damit im oberen Bereich der ostdeutschen Bundesländer. Die Landesregierung verweist auf gezielte Maßnahmen zur Unterstützung Pflegebedürftiger und zur Entlastung der Kommunen.
Die Zahlen basieren auf der amtlichen Sozialhilfestatistik, die jährlich vom Statistischen Landesamt erstellt wird. Sie sind ein wichtiger Indikator für die soziale Lage im Land und dienen als Grundlage für politische Entscheidungen.



