Hälfte der Gutverdiener will auswandern: Diese Länder sind beliebt
Hälfte der Gutverdiener denkt an Auswanderung

Die Hälfte der Gutverdiener in Deutschland zieht einer aktuellen Umfrage zufolge eine Auswanderung ernsthaft in Betracht. Das sind rund 50 Prozent der Befragten mit überdurchschnittlichem Einkommen. Besonders beliebte Ziele sind die Schweiz, Österreich, die USA, Kanada und Australien.

Die Erhebung zeigt, dass die Wechselbereitschaft mit dem Einkommen steigt. Gerade Gutverdiener haben oft international gefragte Qualifikationen und können sich beruflich leichter im Ausland etablieren. Das macht den Schritt attraktiver als für Menschen mit geringerem Verdienst.

Warum Gutverdiener Deutschland verlassen wollen

Als häufigste Gründe für den Auswanderungswunsch nennen die Befragten die hohe Steuer- und Abgabenlast. Viele empfinden es als ungerecht, dass vom hohen Bruttogehalt nach Steuern, Sozialabgaben und Abgaben ein immer größerer Teil abgezogen wird. Auch die Erbschaftsteuer sorgt für Verunsicherung.

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Ein weiteres Thema ist die Bürokratie. Genehmigungsverfahren dauern lange, Digitalisierung ist kaum vorhanden. Das führt zu Frustration und dem Gefühl, dass Deutschland den Anschluss verliert. Der angespannte Wohnungsmarkt trägt zusätzlich dazu bei, dass vor allem in Ballungsräumen bezahlbarer Wohnraum fehlt.

Die wichtigsten Motive im Überblick:

  • Hohe Steuerlast und Abgabenquote
  • Bürokratische Hürden und langsame Digitalisierung
  • Mangel an bezahlbarem Wohnraum
  • Sorge um die wirtschaftliche Zukunft des Landes
  • Wunsch nach besserer Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Wer besonders auswandern möchte

Besonders hoch ist die Auswanderungsbereitschaft bei Gutverdienern zwischen 30 und 45 Jahren. In dieser Lebensphase werden Karriereentscheidungen getroffen und Weichen gestellt. Familien mit Kindern sind etwas zurückhaltender, aber auch sie können sich einen Umzug ins Ausland vorstellen.

Vor allem Menschen mit MINT-Berufen – Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik – zeigen eine überdurchschnittliche Neigung. Diese Berufsgruppen sind international stark nachgefragt und haben gute Chancen auf dem globalen Arbeitsmarkt. Auch Medizinerinnen und Mediziner stehen hoch im Kurs.

Die beliebtesten Auswanderungsziele

Die Schweiz ist das Traumziel Nummer eins. Sie lockt mit den höchsten Nettoeinkommen Europas und politischer Stabilität. Direkt dahinter folgt Österreich, das mit Lebensqualität und kultureller Nähe punktet.

Die USA bleiben für viele Gutverdiener attraktiv, insbesondere wegen des dynamischen Arbeitsmarktes und der hohen Gehälter in Technologiebranchen. Kanada und Australien bieten dagegen ein strukturiertes Einwanderungssystem und eine offene Gesellschaft. Auch skandinavische Länder wie Norwegen und Dänemark werden genannt, vor allem wegen der hohen sozialen Sicherheit.

Das bedeutet die Abwanderung für Deutschland

Ein massiver Wegzug von Gutverdienern würde die öffentlichen Haushalte stark belasten. Diese Gruppe erwirtschaftet einen überproportionalen Anteil des Steueraufkommens. Gleichzeitig sind es genau diese Fachkräfte, die für Innovation und Wachstum sorgen. Eine Abwanderung würde den Fachkräftemangel weiter verschärfen.

Besonders problematisch wäre es, wenn sich ganze Teams oder Abteilungen ins Ausland verlagern. Unternehmen haben das erkannt und versuchen, ihre Mitarbeiter mit Boni und flexiblen Modellen zu halten. Langfristig braucht es jedoch politische Antworten.

Politik und Wirtschaft sind gefordert

Fachleute fordern von der Politik ein entschlossenes Handeln. Steuerliche Entlastungen, Bürokratieabbau und Investitionen in die Infrastruktur sind nur einige Stellschrauben. Auch die Bildungspolitik spielt eine Rolle, denn die nächste Generation von Fachkräften muss an die Schulen kommen. Die Umfrage sollte als Weckruf verstanden werden.

Die nächste Bundesregierung wird zeigen müssen, ob sie den Ernst der Lage erkennt. Sonst droht Deutschland in den kommenden Jahren genau die Menschen zu verlieren, die den Wohlstand des Landes sichern.

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