Außergewöhnliche Lage in den Alpen: Diese Gefahren drohen
Außergewöhnliche Lage in den Alpen: Gefahren drohen

In den Alpen herrscht eine außergewöhnliche Lage. Starke Schneefälle, stürmischer Wind und mildere Luftmassen haben in den Hochlagen zu instabilen Verhältnissen geführt. Die Lawinengefahr ist vielerorts erheblich, in einigen Regionen sogar groß. Der Lawinenwarndienst hat für zahlreiche Gebiete die Warnstufe 4 von 5 ausgegeben.

Warum die Lage so gefährlich ist

Die Kombination aus Neuschnee und Wind sorgt für massive Triebschneeansammlungen. Diese Schneebretter können schon durch das Gewicht eines einzelnen Wintersportlers ausgelöst werden. Hinzu kommt der Einfluss von Tauwetter: Steigende Temperaturen dringen in die Schneedecke ein und schwächen sie vom Boden her. Dadurch entstehen Gleitschneelawinen, die ganze Hänge erfassen.

Besonders betroffen sind Hanglagen, die dem Wind zugewandt sind. An Rinnen und Passübergängen ist die Gefahr von Spontanlawinen hoch. Auch der Deutsche Wetterdienst warnt vor Sturmböen, die die Schneeverfrachtung weiter verstärken.

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Nicht nur Lawinen: Felsstürze und Sturzfluten nehmen zu

Die außergewöhnliche Witterung wirkt sich nicht nur auf die Schneedecke aus. Gefrorene Böden tauen auf, und der Fels beginnt sich zu bewegen. Steinschlag und Felsstürze sind im Gebirge normal, doch der Wechsel aus Frost und Tauwetter beschleunigt den Prozess. Wanderer und Kletterer sollten daher steile Wände und unterhöhlte Felsen unbedingt meiden.

In den Tälern entsteht eine andere Gefahr: Durch die Schneeschmelze füllen sich Bäche und Flüsse rasch. Sturzfluten können in engen Schluchten innerhalb weniger Minuten entstehen und ein gefährliches Ausmaß annehmen. Die Behörden raten, wasserführende Tobel zu meiden und sich von den Ufern fernzuhalten.

Regionale Unterschiede

Die Lage ist nicht überall identisch. Während der westliche Teil der Alpen von Niederschlägen betroffen ist, bleibt es im Osten zunächst ruhig. Die Gefahr steigt jedoch von Tag zu Tag, da sich die Wetterfront langsam ostwärts verlagert. In den bayerischen Alpen sowie in Tirol und Salzburg ist die Warnlage am angespanntesten. Die lokalen Lawinenkommissionen haben bereits Straßen und Wanderwege gesperrt.

Für Wintersportler bedeutet das: Skitouren und Schneeschuhwanderungen sind nur noch mit besonderer Vorsicht möglich. Der Lawinenwarndienst empfiehlt, die Tourenplanung sehr konservativ zu gestalten und vor allem die Hangsteilheit zu berücksichtigen.

Wie man sich richtig verhält

Wer dennoch eine Tour antreten möchte, muss sich vorab umfassend informieren. Die aktuellen Lawinenbulletins sind online und per App abrufbar. Vor dem Aufbruch sollte man die Wettervorhersage prüfen und die Ausrüstung überprüfen. Lawinenverschüttetensuchgerät (LVS), Schaufel und Sonde sind Pflicht. Zusätzlich ist ein Helm bei felsigem Gelände sinnvoll. Erfahrene Bergführer raten, spätestens am frühen Nachmittag den Abstieg zu beginnen, wenn die Sonne die Hänge erwärmt.

Auch auf gesicherten Pisten ist erhöhte Aufmerksamkeit geboten. In manchen Skigebieten wurden Lawinensprengungen durchgeführt. Die Hinweise auf Sperren sollten nicht ignoriert werden, denn das Risiko von abgehendem Schnee reicht bis an die Pistenränder.

Die Rettungskräfte sind vorbereitet

Bergwacht und Lawinenwarndienste haben ihre Einsatzkräfte verstärkt. Sie appellieren an die Eigenverantwortung der Menschen, denn jede unnötige Rettungsaktion gefährdet auch die Helfer. Bei einem Lawinenabgang zählt jede Minute. Wer den Notruf absetzt, sollte möglichst genaue Angaben zum Ort und zur Anzahl der Verschütteten machen.

Die außergewöhnliche Lage in den Alpen wird nach Einschätzung der Meteorologen noch mehrere Tage anhalten. Erst wenn die Temperaturen wieder sinken und der Wind nachlässt, wird sich die Situation allmählich stabilisieren. Bis dahin gilt: Verzicht ist der beste Schutz.

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