Waldbrände: Hohes Risiko für Individualurlauber in Frankreich und Spanien
Waldbrände: Hohes Risiko für Individualurlauber

Obwohl Reiseveranstalter von den Waldbränden in Spanien und Frankreich kaum betroffen sind, sorgt sich die Branche um deutsche Urlauber. Die größte Gefahr droht Individualreisenden, wie der Deutsche Reiseverband (DRV) mitteilt.

Situation in den Brandregionen

In der Nähe der französischen Atlantikmetropole Bordeaux spitzt sich die Lage weiter zu. Rund 270.000 Einwohner mussten ihre Häuser, Ferienwohnungen oder Campingplätze verlassen. Auch westlich von Madrid wüten verheerende Brände. Insgesamt wurden in Frankreich etwa 220.000 Menschen in Sicherheit gebracht, in Spanien mehr als 75.000.

„Mehrheitlich sind von den Bränden aber Individualreisende betroffen“, berichtet eine Sprecherin des DRV. Die Regionen um Bordeaux, das Bassin d’Arcachon und die Halbinsel Cap Ferret zählen während der Sommermonate zu Frankreichs beliebtesten Ferienzielen für Camper und Mieter von Ferienwohnungen. Pauschaltouristen gibt es dort kaum.

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Behörden raten von Anreise ab

„Angesichts der Lage fordere ich Touristen mit Blick auf die bevorstehenden Augustferien nachdrücklich auf, nicht in die Gironde zu kommen“, sagte Präfektin Sophie Brocas. Auch bereits angereisten Urlaubern empfahl sie die Abreise.

Große Reiseveranstalter wie Tui besitzen in den aktuellen Waldbrandregionen nach eigener Darstellung kein Urlaubsgeschäft. Die spanische Hauptstadt Madrid sei im Hochsommer beliebtes Ziel für Städtereisende. In Frankreich gebe es bei Tui keine Pauschalkunden.

Verantwortung von Individualurlaubern

Urlauber, die individuell eine Reise gebucht haben – also einzeln ein Hotel oder einen Campingplatz mit dem eigenen Auto ansteuern, separat einen Flug oder eine Bahnfahrt buchen –, müssen sich laut DRV selbst um ihre Sicherheit kümmern. Sie sollten sich in jedem Fall an die Anweisungen der Behörden vor Ort halten und sich auch über die Medien informieren, empfiehlt die Verbandssprecherin.

Keine Reisewarnung – aber Vorteil für Pauschalreisende

Um Pauschalreisende dagegen haben sich die Reiseveranstalter zu kümmern. Diese müssen sogar eine kostenfreie Stornierung akzeptieren, falls das Auswärtige Amt für das Urlaubsgebiet eine Reisewarnung veröffentlicht. Die aber gibt es bislang weder für Madrid noch für die Region um Bordeaux.

Dennoch rät der DRV deutschen Urlaubern bei der Fahrt in waldbrandgefährdete Regionen zur Pauschalreise. „Die Reiseveranstalter informieren ihre Gäste in den Zielgebieten und kümmern sich – sofern notwendig – um deren Rückreise“, berichtet die Sprecherin. „Sie organisieren die Abreise und übernehmen bei Pauschalreisen in der Regel die entstehenden Kosten.“

Wer als Urlauber bei einem der wenigen Spezialreiseveranstalter für Frankreichs Atlantikküste gebucht hat, dem rät der DRV: Gäste, die in den nächsten Tagen eine Reise in die betroffenen Waldbrandregionen planen, sollten sich mit ihren Reiseveranstaltern in Verbindung setzen.

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