UN-Büro wirft Israel Kriegsverbrechen im Libanon vor
UN: Israel begeht Kriegsverbrechen im Libanon

Das UN-Menschenrechtsbüro hat großflächige Verstöße israelischer Streitkräfte gegen das humanitäre Völkerrecht im Libanon dokumentiert. Einige davon könnten Kriegsverbrechen darstellen, sagte UN-Hochkommissar Volker Türk in Beirut. Anhaltende Luftangriffe, Artilleriebeschuss und der Einsatz von Sprengwaffen in dicht besiedelten Gebieten hätten hohe zivile Opferzahlen, weitreichende Zerstörung und Massenvertreibungen verursacht. Zugleich hätten Raketenangriffe der Hisbollah auf bewohnte Gebiete in Israel ebenfalls Zivilisten getötet und Infrastruktur beschädigt.

Nach libanesischen Behördenangaben wurden seit dem 2. März mehr als 4300 Menschen im Libanon getötet und rund 12.200 verletzt. Trotz einer Waffenruhe setze Israel seine Luftangriffe und Bodeneinsätze fort, sagte Türk. Dörfer südlich des Litani-Flusses seien zerstört oder unbewohnbar gemacht worden. Der Fluss liegt etwa 30 Kilometer von der israelischen Grenze entfernt.

Pakistan rechnet mit US-Bodenoffensive im Iran

Mehr als fünf Monate nach Beginn des Iran-Kriegs halten gut informierte Quellen aus Pakistan eine limitierte US-Bodenoffensive für immer wahrscheinlicher. Die Bewertung pakistanischer Geheimdienste sei, dass US-Präsident Donald Trump Warnungen seines eigenen Militärs ignorieren und mit einer begrenzten Offensive iranische Küstenregionen einnehmen könnte, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Sicherheitskreisen in Islamabad. Die Bewertung stütze sich auf militärische Beobachtungen.

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In den vergangenen drei Nächten haben die Kriegsparteien ihre Angriffe pausiert. Die Vermittler Pakistan und Katar übermitteln nun wieder Vorschläge zwischen den Kriegsparteien. Irans Führung strebe jedoch einen dauerhaften Waffenstillstand an und lehne eine begrenzte Feuerpause ab.

Iran erklärt derzeit keine Verhandlungen mit den USA

Der Iran hat erklärt, dass er derzeit keine Verhandlungen mit den USA führe. „Vermittler mögen Botschaften von amerikanischer Seite an uns übermitteln, die sich auf die aktuellen Entwicklungen in der Region beziehen“, sagte Außenamtssprecher Esmaeil Bakaei in Teheran. „Derzeit stehen wir jedoch in keinerlei Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten.“ Bakaei bestritt auch, dass der Iran um neue Verhandlungen gebeten habe. Dies seien „Erfindungen, die die Gegenseite von Zeit zu Zeit in Umlauf bringt“.

Nach 13 Tagen der US-Luftangriffe hatte die US-Armee seit Freitag drei Nächte in Folge von neuen Angriffen abgesehen. Der Iran hatte seinerseits seine „Vergeltungs“-Angriffe eingestellt. In iranische Gespräche mit dem Oman zur Verwaltung der Straße von Hormus seien die USA nicht involviert. Die Meerenge sei weiter „geschlossen“.

Huthi-Miliz attackiert saudi-arabische Ölinfrastruktur

Die jemenitische Huthi-Miliz hat nach eigenen Angaben Drohnenangriffe auf die saudi-arabische Ölinfrastruktur ausgeführt. „Sensible Knotenpunkte“ für den Transport von Öl aus dem Osten Saudi-Arabiens nach Janbu am Roten Meer seien „mit mehreren Drohnen“ attackiert worden, erklärte Huthi-Sprecher Jahja Saree. Die Angriffe seien eine Reaktion auf das Eindringen von saudi-arabischen Drohnen in den jemenitischen Luftraum.

Das saudi-arabische Verteidigungsministerium erklärte, mehrere Drohnen abgefangen zu haben, die auf Ölanlagen im Osten des Landes und die Hauptstadt Riad abgezielt hätten. Dabei habe es sich um „terroristische“ Attacken gehandelt, die von „irakischem Staatsgebiet“ aus gestartet worden seien, von „Terrormilizen, die vom Iran unterstützt werden“.

Ölpreis fällt nach US-Angriffspause

Eine Angriffspause der USA im Krieg mit dem Iran schiebt den Dax am Montag weiter an. Im frühen Handel stieg das Börsenbarometer um 1,22 Prozent auf 25.405 Punkte und knüpfte dank der fallenden Ölpreise an den freundlichen Wochenschluss von Freitag an. Das Rekordhoch kommt wieder in die Nähe, es datiert mit 25.900 Punkten von Anfang des Monats.

Ob es zu einem nachhaltigen Ausbruch kommt, hänge maßgeblich davon ab, wie lange die Waffenruhe dieses Mal dauere und ob Fortschritte in den Gesprächen zu erkennen seien, erläuterte Marktanalyst Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets. Der MDax stieg um 1,18 Prozent auf 32.344 Punkte, der EuroStoxx 50 um etwa 1 Prozent.

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Netanjahu trifft Trump in Washington

Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu kommt am Dienstag mit US-Präsident Donald Trump in Washington zusammen. Es wäre das siebte Treffen der beiden seit Trumps Wiedereinzug ins Weiße Haus im Januar 2025. Die Beziehung hatte sich zuletzt wegen unterschiedlicher Vorstellungen im Iran-Krieg abgekühlt. Netanjahu will zudem an der Trauerfeier für den gestorbenen US-Senator Lindsey Graham teilnehmen.

Die USA und Iran haben ihre gegenseitigen Angriffe ausgesetzt, um eine diplomatische Beilegung des Kriegs auszuloten. Trump sprach von „sehr tiefgreifenden Gesprächen“ mit dem Iran, warnte aber vor einem „harten militärischen Vorgehen“, sollte die Diplomatie scheitern. „Nicht viel Zeit. Entweder es geht schnell oder gar nicht“, sagte Trump dem Nachrichtenportal Axios.

Iran droht Ukraine nach Angriff auf Frachter

Nach einem ukrainischen Angriff auf einen iranischen Frachter im Kaspischen Meer mit einem Toten hat der Iran der Ukraine erneut mit Vergeltung gedroht. „Diese Handlung der Ukraine war absolut rechtswidrig und ungerechtfertigt und ein Verstoß gegen die Charta der UNO sowie ein gefährlicher, abenteuerlicher Akt“, sagte Außenamtssprecher Bakaei. Der Angriff werde „nicht ohne Reaktion“ bleiben. Die Folgen für die Ukraine seien „nicht vorhersehbar“.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte mitgeteilt, die Armee habe Luftangriffe auf Schiffe im Kaspischen Meer ausgeführt, die für den Transport militärischer Fracht mit Beteiligung des Iran genutzt wurden.