Günstige Häuser nur noch auf dem Land – IW-Studie zeigt große Preisunterschiede
Günstige Häuser nur noch auf dem Land – IW-Studie

Wer in Deutschland ein günstiges Einfamilienhaus sucht, wird fast nur noch auf dem Land und in strukturschwachen Regionen fündig. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des Wirtschaftsforschungsinstituts IW Köln, die der Finanzierungsvermittler Interhyp in Auftrag gegeben hatte. Im Vergleich der 16 Bundesländer sind Eigenheime demnach im Saarland, in Schleswig-Holstein und in Sachsen-Anhalt am billigsten. Ein typischer Modellhaushalt – eine Familie mit zwei Kindern und einem Einkommen im 70. Perzentil – muss dort im Schnitt gut ein Viertel des Nettoeinkommens für den Immobilienkredit aufwenden. Am anderen Ende der Skala stehen Berlin, Bayern und Hamburg, wo die Abzahlung im Schnitt an die 40 Prozent des Nettoeinkommens oder mehr verschlingt.

Erschwinglichkeitsindex mit bundesweitem Durchschnitt von 103

Die Ökonomen untersuchten die Einfamilienhauspreise in allen 400 Landkreisen und kreisfreien Städten. Als tragbar gelten im „Erschwinglichkeitsindex“ monatliche Ausgaben von bis zu 35 Prozent des Nettoeinkommens – dies entspricht einem Indexwert von 100. Je niedriger der Index, desto weniger erschwinglich; je höher, desto leistbarer. Der bundesweite Durchschnitt liegt bei 103, doch die regionalen Unterschiede sind immens. Neben München befinden sich auch die sechs übrigen größten deutschen Städte sowie deren Umland im eher unerschwinglichen Bereich. In kleineren Großstädten und deren Nachbarlandkreisen sieht es anders aus.

Spitzenreiter bei Erschwinglichkeit: Steinburg und Rhön-Grabfeld

Am leichtesten erschwinglich sind Einfamilienhäuser im Kreis Steinburg in Schleswig-Holstein (Indexwert 187) und im Kreis Rhön-Grabfeld in Unterfranken (184). Dort verzehrt der Hauskauf weniger als ein Fünftel des Nettoeinkommens des Musterhaushalts. Am anderen Ende der Skala liegt der Kreis Garmisch-Partenkirchen mit einem Indexwert von 53. Am oberbayerischen Alpenrand müsste selbst der betuchte Musterhaushalt zwei Drittel seines Nettoeinkommens für die Monatsrate ausgeben. Die Top Ten der teuersten Kommunen und Städte werden sämtlich von München und dem Umland belegt. Auf dem zehnten Platz liegt Ebersberg, wo die Monatsrate den Musterhaushalt noch mehr als die Hälfte des Einkommens kostet (54 Prozent).

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IW-Experten: Werte weit jenseits der Tragbarkeitsgrenze

„Dies sind Werte, die weit jenseits jeder marktüblichen Tragbarkeitsgrenze liegen und den Einfamilienhauserwerb für den betrachteten Musterhaushalt rechnerisch ausschließen“, schreiben die IW-Experten. Auf Platz elf folgt mit Potsdam die erste ostdeutsche Stadt (Indexwert 66). Nach Bevölkerungsverteilung betrachtet, wohnt weniger als die Hälfte der Musterhaushalte in Kommunen mit leistbaren Preisen. Die Analyse macht wenig Hoffnung auf baldige Besserung: Auf günstigere Zeiten in näherer Zukunft zu hoffen, könnte vergeblich sein.

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