AfD in Berlin-Umfrage erstmals vorne: 19 Prozent, knapp vor CDU und Linken
AfD in Berlin-Umfrage vorne: 19 Prozent

Die AfD liegt in einer neuen Umfrage zur Berliner Abgeordnetenhauswahl erstmals in der Hauptstadt vorne. Laut einer Erhebung des INSA-Instituts im Auftrag des Nachrichtenportals Nius kommt die Partei auf 19 Prozent und liegt damit knapp vor CDU und Linken, die beide auf 18 Prozent kommen. Die Grünen erreichen 16 Prozent, die SPD stürzt auf 13 Prozent ab. Die Wahl findet am 20. September statt, in 60 Tagen.

Spitzengruppe dicht beisammen

Die Umfrage zeigt ein extrem enges Feld der großen Parteien. AfD, CDU und Linke bilden mit 19 beziehungsweise 18 Prozent die Spitzengruppe. Mit einigem Abstand folgen die Grünen (16 Prozent), fast abgehängt ist die SPD mit 13 Prozent. Allerdings gibt es widersprüchliche Ergebnisse: Eine Infratest-Umfrage für den RBB kam vor wenigen Tagen zu einem völlig anderen Bild. Dort dominierte die Linke mit 22 Prozent, die AfD landete bei 16 Prozent, und die CDU hatte sich nach dem Wegner-Absturz wieder auf 20 Prozent gefestigt.

Koalitionsoptionen ungewiss

Trotz der Spitzenposition der AfD scheidet eine Regierungsbeteiligung nach jetzigem Stand aus, da sich keine andere Partei mit Spitzenkandidatin Kristin Brinker (54) verbünden will. In beiden Umfragen hätte Rot-Rot-Grün eine komfortable Mehrheit. Allerdings ist ein solches Bündnis aufgrund antisemitischer Tendenzen innerhalb der Linken unsicher. Führende Köpfe wie Ex-Kultursenator Klaus Lederer (52) verließen die Partei. Spitzenkandidatin Elif Eralp (45) betonte mehrfach: „Ich bin froh, dass hier in Berlin die größte palästinensische Community Europas lebt.“

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CDU setzt auf Zweierbündnisse

Die Berliner CDU mit Spitzenkandidat Stefan Evers (46) kann nur weiterregieren, wenn Grüne und SPD mit ins Boot kommen. Auch Schwarz-Grün-Rot hätte nach jetzigem Stand eine ausreichende Mehrheit von 47 Prozent. Die Taktik der CDU, die Linke zum Hauptgegner zu erklären, geht teilweise auf und lenkt Aufmerksamkeit von Grünen und SPD ab. Am Ende zählt aber, wer mit zwei Partnern eine Koalition bilden kann.

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