Moosdorf kündigt Kampfkandidatur gegen Weidel an
Der Bundesparteitag der AfD in Erfurt sollte eigentlich eine Machtdemonstration von Alice Weidel werden. Doch nun droht ausgerechnet auf der eigenen Bühne Ungemach: Der sächsische Bundestagsabgeordnete Matthias Moosdorf (61) will nach BILD-Informationen überraschend gegen die Parteichefin für den Vorsitz kandidieren. Moosdorf selbst räumt ein, dass er keine Chance auf einen Sieg hat. Sein Ziel sei vielmehr, die ihm zustehenden acht Minuten Redezeit für eine Generalabrechnung mit Weidel und ihrem Führungsstil zu nutzen, so ein Spitzenmann der AfD aus Moosdorfs Umfeld.
Hintergrund des Zerwürfnisses
Das Verhältnis zwischen Moosdorf und Weidel ist seit längerem angespannt. Im vergangenen Jahr verlor der Leipziger seinen Posten als außenpolitischer Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion. Grund dafür waren unter anderem nicht abgestimmte Kontakte nach Moskau und eine Russland-Reise. Daraufhin wurden parteiinterne Ordnungsmaßnahmen gegen ihn verhängt, darunter ein Ordnungsgeld und ein Redeverbot. Im Mai 2026 verhängte die Fraktion – angeblich auf Betreiben Weidels – erneut ein Ordnungsgeld in Höhe von 5000 Euro, nachdem Moosdorf in einem Brandbrief den Weidel-Vertrauten Markus Frohnmaier attackiert hatte.
Moosdorfs Russland-Verbindungen
Besonders brisant sind Moosdorfs enge Kontakte nach Russland. Der Musiker hat eine Honorarprofessur an der Moskauer Gnessin-Musikhochschule inne, die direkt vom Kreml finanziert wird. Diese Verbindungen sind ein zentraler Punkt der innerparteilichen Kritik an ihm.
Widerstand gegen Weidels Personalpolitik
Für Weidel kommt die Kampfansage zur Unzeit. Sie wollte ihre Wiederwahl als Machtdemonstration inszenieren, doch hinter den Kulissen wächst der Widerstand. Mehrere Landesverbände werfen der Parteichefin vor, Schlüsselpositionen systematisch mit Vertrauten zu besetzen. So soll der frühere AfD-Jugendchef Sven Tritschler, ein Weidel-Vertrauter, in den Bundesvorstand einziehen, zusammen mit weiteren Funktionären der Jugendorganisation „Generation Deutschland“ wie Hannes Gnauck, Denis Holoch und Jean-Pascal Hohm. Ein hochrangiger AfD-Funktionär sagte zu BILD: „Seit Wochen schwingt die Vorsitzende den Telefonhörer und versucht, ihre Leute mit Macht in den Bundesvorstand zu drücken.“ Statt die Interessen der Landesverbände zu berücksichtigen, stütze sich Weidel zunehmend auf ihr Netzwerk um die Fraktionsvizes Sebastian Münzenmaier und Markus Frohnmaier. In Ost und West wachse deshalb der Unmut über den Führungsstil der Parteichefin.



