Die AfD will die Schulpflicht in Sachsen-Anhalt aufweichen. In ihrem „Regierungsprogramm“ für die Landtagswahl am 6. September fordert die Partei eine „Bildungspflicht statt Schulzwang“. Damit könnten Eltern ihre Kinder künftig zu Hause unterrichten, statt sie in die Schule schicken zu müssen. Die rechtsradikale Partei liegt in Umfragen bei 42 Prozent und könnte erstmals allein regieren.
Homeschooling als politisches Instrument
Forscher sehen hinter dem Vorstoß ein politisches Kalkül. „Es geht nicht um bessere Bildung, sondern um die Schwächung staatlicher Kontrolle“, sagt der Bildungsforscher Prof. Dr. Klaus Klemm. Die AfD wolle Eltern die Möglichkeit geben, ihre Kinder nach eigenen, oft völkisch-nationalistischen Vorstellungen zu unterrichten. In vielen Ländern wie den USA oder Kanada ist Homeschooling üblich, in Deutschland jedoch nur in Ausnahmefällen erlaubt.
Reaktionen und Kritik
Die Bildungsgewerkschaft GEW kritisiert den Plan scharf. „Die AfD will die Schulpflicht abschaffen, um Kinder der Indoktrination durch extreme Ideologien auszusetzen“, so GEW-Landeschefin Eva Gerth. Auch die anderen Parteien lehnen den Vorschlag ab. Die SPD spricht von einem „Angriff auf das Bildungssystem“, die CDU von „Populismus“. Die AfD selbst betont, Eltern hätten das Recht, über die Bildung ihrer Kinder zu bestimmen.
Auswirkungen auf das Bildungssystem
Sollte die AfD nach der Wahl tatsächlich regieren, könnte Sachsen-Anhalt zum ersten Bundesland werden, das Homeschooling als Regel zulässt. Experten warnen vor negativen Folgen: „Kinder würden isoliert und könnten wichtige soziale Kompetenzen nicht entwickeln“, so der Psychologe Dr. Markus Schäfer. Zudem sei die Qualität des Heimunterrichts schwer zu kontrollieren. Die AfD hingegen sieht darin einen Weg zu mehr Freiheit und Individualität.



