Die Elfenbeinküste hat das Duell der nächsten beiden deutschen WM-Gegner für sich entschieden. Dank eines Last-Minute-Treffers von Joker Amad Diallo setzten sich die Westafrikaner mit 1:0 (0:0) gegen Ecuador durch. Damit eroberten sie in der Gruppe E vorläufig den zweiten Platz hinter der Auswahl von Bundestrainer Julian Nagelsmann. Der eingewechselte Diallo traf in der 90. Minute.
Intensives Duell in Philadelphia
Die Partie vor 68.274 Zuschauern in Philadelphia zeigte, dass die deutschen Nationalspieler in ihren weiteren Vorrundenspielen beim XXL-Turnier in den USA, Kanada und Mexiko vor allem körperlich mehr gefordert werden dürften als beim 7:1 (3:1) zum Start gegen den krassen Außenseiter Curaçao. Gegen die Elfenbeinküste spielt das deutsche Team am kommenden Samstag in Toronto, gegen Ecuador zum Abschluss der Gruppenphase am 25. Juni in East Rutherford.
Ecuador mit Lattenpech
Wer ein Duell zweier Abwehr-Bollwerke erwartet hatte, wurde überrascht. Beide Teams suchten in der ersten Halbzeit immer wieder den Weg nach vorn. Die sonst für ihre starke Defensivarbeit bekannten Ecuadorianer hatten gleich zweimal Pech mit Schüssen an die Latte. Erst traf der in Hamburg geborene John Yeboah den Querbalken (16.), dann Alan Minda (23.). Die Fans der Südamerikaner machten mächtig Stimmung. Auf den Tribünen des Stadions, in dem normalerweise die Football-Mannschaft der Philadelphia Eagles ihre Heimspiele austrägt, waren zigtausende gelbe Trikots zu sehen.
Diomande wirbelt für die Elfenbeinküste
Auch die Ivorer, die bei ihrer vierten WM-Teilnahme unbedingt das erste Mal über die Vorrunde hinauskommen wollen, hatten ihre Offensivaktionen. Hoffenheims Bazoumana Touré, der eine starke Bundesliga-Saison hinter sich hat, scheiterte mit einem gefährlichen Flachschuss von der linken Seite (17.). Wenig später vergab Elye Wahi aus kurzer Distanz (18.). Leipzigs Tempodribbler Yan Diomande wirbelte mehrfach über den rechten Flügel. Den 19-Jährigen bekam selbst Champions-League-Finalist Piero Hincapié, einst Double-Sieger mit Bayer Leverkusen und inzwischen beim FC Arsenal, in der Abwehr der Ecuadorianer nicht in den Griff. In der Nachspielzeit des durchaus unterhaltsamen und intensiven ersten Durchgangs versuchte es der Ivorer Wilfried Singo noch per Fallrückzieher.
Aluminium im Weg
Auch nach der Pause ging es munter weiter. Ecuadors Sturm-Routinier Enner Valencia setzte den Ball aus nahezu unmöglichem Winkel noch irgendwie an den Außenpfosten (46.), auf der Gegenseite traf Wahi nur die Latte (52.). In der 68. Minute hatten sich viele ecuadorianische Fans schon von ihren Sitzen erhoben und zum Jubeln bereitgemacht – doch Gonzalo Plata scheiterte mit einem wuchtigen Schuss an Yohia Fofana im Tor der Westafrikaner. Die Partie blieb bis zum Schluss spannend – und den „Elefanten“ gelang tatsächlich noch der Lucky Punch. Diallo traf per Flachschuss ins linke Eck.



