Marine Le Pen: 15 Monate Amtsverbot und ein Jahr Hausarrest
Marine Le Pen: 15 Monate Amtsverbot und Hausarrest

Das Pariser Berufungsgericht hat am Dienstag das Urteil gegen die französische Rechtspopulistin Marine Le Pen bestätigt und verschärft. Die Vorsitzende der Fraktion der rechtsextremen Partei „Rassemblement National“ (RN) wurde zu einem Jahr Hausarrest mit elektronischer Fußfessel verurteilt. Zudem darf sie 15 Monate lang kein öffentliches Amt bekleiden. Das Gericht verhängte außerdem eine Geldstrafe von 100.000 Euro.

Hintergrund des Verfahrens

Bereits im Vorfeld war gegen Le Pen ein fünfjähriges Amtsverbot verhängt worden. Im aktuellen Berufungsverfahren reduzierte das Gericht die Dauer des Amtsverbots auf 45 Monate, wovon 30 Monate zur Bewährung ausgesetzt wurden. Die ursprüngliche Haftstrafe von vier Jahren – zwei Jahre zur Bewährung und zwei Jahre unter Hausarrest – wurde auf drei Jahre reduziert, wovon zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt sind und ein Jahr unter elektronischer Überwachung verbüßt werden muss.

Auswirkungen auf die Präsidentschaftswahl

Durch das Urteil wird eine Kandidatur Le Pens bei der nächsten Präsidentschaftswahl erheblich erschwert. Das Amtsverbot von 15 Monaten ohne Bewährung bedeutet, dass sie in dieser Zeit kein politisches Amt ausüben darf. Dies könnte ihre Ambitionen auf das höchste Staatsamt Frankreichs massiv beeinträchtigen. Politische Beobachter sehen darin einen schweren Schlag für die rechtspopulistische Partei, die bei den letzten Wahlen starke Zugewinne verzeichnen konnte.

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Reaktionen und rechtliche Schritte

Le Pens Anwälte kündigten an, gegen das Urteil weitere rechtliche Schritte prüfen zu wollen. Die Politikerin selbst zeigte sich enttäuscht und sprach von einem politisch motivierten Urteil. Unterstützer der RN-Fraktion kritisierten die Entscheidung als undemokratisch. Die Staatsanwaltschaft hatte in dem Verfahren eine härtere Strafe gefordert, das Gericht folgte jedoch weitgehend den Anträgen der Verteidigung.

Bedeutung für die französische Politik

Das Urteil gegen Marine Le Pen ist ein weiteres Kapitel in der juristischen Auseinandersetzung mit der rechtsextremen Partei. Es zeigt, dass die französische Justiz entschlossen ist, gegen Verstöße gegen das Amtsrecht vorzugehen. Die Entscheidung könnte auch Auswirkungen auf andere Politiker haben, die mit ähnlichen Vorwürfen konfrontiert sind. Insgesamt bleibt abzuwarten, ob Le Pen nach Ablauf der Sperrfrist erneut politisch aktiv werden kann.

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