AfD-Chefin Alice Weidel hat dem Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) eine Absage für gemeinsame Wahlkampfauftritte erteilt. In einem Schreiben des Sprechers Daniel Tapp hieß es, die AfD stehe grundsätzlich für Dialog und demokratischen Austausch offen, doch jede Partei sei für ihren eigenen Wahlkampf verantwortlich. Das BSW müsse zunächst die Fünf-Prozent-Hürde bei den kommenden Landtagswahlen überspringen, bevor die AfD zu Gesprächen bereit sei.
BSW reagiert enttäuscht
BSW-Chefin Amira Mohamed Ali zeigte sich enttäuscht: „Ich habe befürchtet, dass sie sich nicht trauen wird, aber ich finde das auch entlarvend.“ BSW-Generalsekretär Oliver Ruhnert ergänzte: „Dass Alice Weidel kneift, ist unsouverän. Viele Wähler im Osten hätte ein solches Duell ganz sicher interessiert.“ Das BSW bleibe offen für inhaltliche Debatten und bedauere die Absage sehr.
Hintergrund des Vorschlags
In einem Brief an Weidel und AfD-Co-Chef Tino Chrupalla hatten Mohamed Ali, Co-Chef Fabio De Masi und Ruhnert gemeinsame Auftritte vorgeschlagen – „jenseits der bekannten Wahlformate“. Sie schlugen eine Kontroverse auf einem großen Marktplatz im Osten vor, zwischen den bekanntesten Gesichtern zweier Parteien, die aus unterschiedlichen Gründen vom Mainstream bekämpft würden. Konkret waren zwei Duelle mit Hin- und Rückspiel vor den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern im September geplant: eines in Magdeburg und eines in Schwerin.
Positionen zur Ukraine
Weidels Sprecher Tapp verwies auf vergleichbare Positionen von AfD und BSW beim Thema Ukraine, was die grundsätzliche Dialogbereitschaft unterstreiche. Die AfD nehme den Vorstoß positiv auf, bestehe aber auf der Eigenverantwortung der Parteien im Wahlkampf.
Die Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern finden im September statt. Das BSW, das bei Umfragen um die Fünf-Prozent-Hürde schwankt, hofft auf einen Einzug in beide Landtage. Die AfD liegt in beiden Bundesländern in Umfragen deutlich über der Marke.



