13 Tote bei russischem Großangriff auf Kiew – EU kündigt neue Sanktionen an
13 Tote bei russischem Großangriff auf Kiew

Bei einem massiven russischen Luftangriff auf die ukrainische Hauptstadt Kiew sind in der Nacht zum Donnerstag mindestens 13 Menschen getötet und 34 weitere verletzt worden. Das teilte Bürgermeister Vitali Klitschko auf Telegram mit. Nach einem Direkttreffer seien die ersten sechs Stockwerke eines großen Wohnhauses eingestürzt. Die ukrainische Luftabwehr gab an, Russland habe insgesamt 74 Raketen und 496 Drohnen eingesetzt, von denen 48 Raketen und 476 Drohnen abgefangen werden konnten. 25 Raketen und zwölf Drohnen hätten jedoch an 33 Stellen eingeschlagen. Hauptziel des Angriffs sei Kiew gewesen.

EU-Außenbeauftragte kündigt neue Sanktionen an

Als Reaktion auf die jüngsten russischen Angriffe kündigte EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas neue Sanktionsvorschläge an. „Heute werde ich als Reaktion auf die Angriffe vorschlagen, weitere Einrichtungen und Unternehmen zu sanktionieren, die den russischen militärisch-industriellen Komplex unterstützen“, teilte sie mit. Auf der Plattform X schrieb sie: „Je stärker Moskau Zivilisten angreife, desto mehr Sanktionen müssen verhängt werden.“ Kallas betonte: „Verurteilungen allein werden die Angriffe auf Kiew nicht stoppen. Nur eine anhaltende militärische Unterstützung der Ukraine und ein erhöhter Druck auf Moskau können das erreichen.“ Details zu den neuen Sanktionsvorschlägen nannte sie zunächst nicht.

Ukraine attackiert Raffinerie an der Wolga

Die Ukraine hat ihrerseits eine Raffinerie in der Wolgaregion Nischni Nowgorod angegriffen. Gouverneur Gleb Nikitin bestätigte indirekt „unbedeutende Schäden an einem Industrieobjekt und an mehreren Wohnhäusern“ durch herabfallende Drohnentrümmer. Ein Mensch sei ums Leben gekommen, vier weitere wurden verletzt. Die zum Ölkonzern Lukoil gehörende Verarbeitungsanlage in Kstowo ist eine der größten in Russland.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Russische Verluste steigen dramatisch

Laut einem Lagebericht der Denkfabrik CSIS (Center for Strategic and International Studies) sind die russischen Verluste im ersten Halbjahr 2026 drastisch gestiegen. Während das Verhältnis zwischen russischen und ukrainischen Verlusten die meiste Zeit über bei 2:1 oder 3:1 gelegen habe, sei es schätzungsweise auf 8:1 gestiegen. Hauptgrund sei der verstärkte Einsatz ukrainischer Kampfdrohnen. Insgesamt seien seit Kriegsbeginn rund zwei Millionen Soldaten getötet, verletzt oder vermisst gemeldet worden – 1,4 Millionen davon auf russischer Seite. Die Gesamtzahl der russischen Gefallenen gab CSIS mit 400.000 bis 450.000 an, auf ukrainischer Seite seien es 125.000 bis 150.000.

Angriffswelle auf ukrainische Städte

Mehrere Städte in der Ukraine wurden Ziel einer außergewöhnlich heftigen Angriffswelle mit russischen Kampfdrohnen, Raketen und Marschflugkörpern. In Kiew suchten verängstigte Bewohner in U-Bahn-Stationen Zuflucht. Ein Reuters-Augenzeuge berichtete von mehreren schweren Explosionen. Das russische Verteidigungsministerium sprach von Vergeltung für ukrainische Angriffe auf die zivile Infrastruktur.

Ukrainische Drohnenangriffe lassen Diesel-Exporte einbrechen

Ukrainische Drohnenangriffe auf wichtige Raffinerien haben Russlands Ausfuhren von Diesel auf dem Seeweg im Juni um 39 Prozent auf rund 1,8 Millionen Tonnen sinken lassen. Das entspricht einem Rückgang von 46 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Die Produktionsausfälle wirken sich auch auf den russischen Inlandsmarkt aus, wo es zu Engpässen und Verkaufsbeschränkungen kommt. Nach Einschätzung von Händlern könnten die Exporte im Juli fast zum Erliegen kommen.

Merz: Nato-Gipfel soll neue Finanzhilfe für Ukraine bringen

Bundeskanzler Friedrich Merz kündigte an, sich auf dem Nato-Gipfel für eine neue Finanzhilfe der europäischen Partner für die Ukraine starkzumachen. „Die Bundesregierung schlägt vor, dass wir Kiew, als europäische Nato-Alliierte, eine neue Finanzierungszusage geben“, sagte Merz in Berlin. Er hoffe, dass Moskau daraus die richtigen Schlüsse ziehe und zu Gesprächen über einen Waffenstillstand bereit sei.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration

Selenskyj: Russland bereitet massiven Angriff vor

Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte bereits am Dienstag vor einem massiven russischen Angriff gewarnt. „Heute gibt es die unangenehme Information über die nächste Vorbereitung eines solchen massiven russischen Angriffs“, sagte Selenskyj in Dublin. Er rief die Menschen auf, Alarmsignale zu beachten und Schutzräume aufzusuchen.