Das berüchtigte US-Abschiebegefängnis »Alligator Alcatraz« in den Everglades-Sümpfen Floridas hat nach knapp einjährigem Betrieb seine Pforten geschlossen. Die Einrichtung, die als Sinnbild für die harte Migrationspolitik von Präsident Donald Trump galt, hat nach Angaben des republikanischen Gouverneurs Ron DeSantis keine Insassen mehr und ihren Zweck erfüllt. DeSantis erklärte dies am Donnerstag bei einem Ortstermin mit dem US-Grenzbeauftragten Tom Homan.
22.000 Insassen durchgeschleust – Milliardenkosten
DeSantis zufolge wurden insgesamt mehr als 22.000 Insassen durch das Zentrum geschleust. „Viele gefährliche Leute“ seien über »Alligator Alcatraz« abgeschoben worden, so der Gouverneur. Die Kosten des provisorischen Baus werden auf geschätzt mehr als eine Milliarde Dollar (rund 880 Millionen Euro) beziffert. Die Einwanderungsbehörde ICE hatte die verbleibenden Migranten zuvor in andere Einrichtungen verlegt und dies mit der bevorstehenden Wirbelsturm-Saison begründet.
Provisorischer Bau in den Sümpfen
Das Abschiebegefängnis wurde vor knapp einem Jahr innerhalb von nur acht Tagen auf einem ehemaligen Flugplatz errichtet. Der Name spielte auf das frühere Alcatraz-Gefängnis auf einer Insel vor San Francisco an, das heute ein Museum und eine Touristenattraktion ist. Präsident Trump hatte das Gefängnis in seiner Wahlheimat Florida im vergangenen Juli besucht und die harschen Haftbedingungen in dem von Alligatoren wimmelnden Sumpfgebiet gelobt. Die Wahl des Standorts hatte die Regierung damit begründet, dass die Umgebung Häftlinge von einer Flucht abhalten sollte.
Kritik von Menschenrechts- und Umweltorganisationen
Menschenrechts- und Umweltorganisationen hatten das Zentrum von Anfang an heftig kritisiert. Insassen und Organisationen berichteten wiederholt von Misshandlungen, käfigartigen Zellen und mangelnder Hygiene. Die Regierung bezeichnete die Vorwürfe als haltlos. Umweltschützer und Ureinwohner vom Stamm der Miccosukee kritisierten zudem, die Einrichtung bedrohe das Ökosystem der Everglades. Sie gingen juristisch gegen das Abschiebezentrum vor und wollen weiterhin einen vollständigen Rückbau erreichen. Eine entsprechende Klage war im September 2025 allerdings gescheitert.
Schließung auch wegen Hurrikansaison
Die Schließung erfolgte offiziell auch aufgrund der bevorstehenden Wirbelsturm-Saison. Die provisorischen Bauten galten als nicht ausreichend sturmsicher. Die verbleibenden Insassen wurden in andere Einrichtungen verlegt. Der Rückbau des Geländes steht nun an, wobei Umweltauflagen und Klagen der Miccosukee den Prozess erschweren könnten.



