Brasilianische Medien haben nach dem überraschenden Aus im WM-Achtelfinale gegen Norwegen mit der Mannschaft von Trainer Carlo Ancelotti abgerechnet. Das Team verlor am 6. Juli 2026 mit 1:2 und schied damit erstmals seit 1990 vor dem Viertelfinale aus.
Schonungslose Kritik an Leistung und Taktik
Das Portal „UOL“ schrieb: „Brasilien war eine kleine, feige, dominierte und lächerliche Mannschaft. Das ist der größte Misserfolg in Ancelottis Karriere.“ Der Sender „CazéTV“ kritisierte die Entscheidung, Bruno Guimarães als Elfmeterschützen einzusetzen. Der Newcastle-Profi vergab in der 14. Minute einen Strafstoß an Norwegens Torwart Nyland. „CazéTV“ kommentierte: „Das war die WM von Vinícius, und er hätte den Elfmeter schießen müssen.“
Arroganz als Hauptproblem
Die Zeitung „Estadão“ sah Fehler im Verhalten der Seleção: „Brasilien wird bei der WM 2030 wieder zu den Mitfavoriten zählen, muss aber seine Arroganz und Überheblichkeit ablegen.“ Zu Ancelotti hieß es: „Ancelotti, der unter den Nationaltrainern der Weltmeisterschaft das höchste Gehalt bezieht, ist bei seiner ersten großen Bewährungsprobe mit der Nationalmannschaft gescheitert.“
Passivität und Ignoranz
„O Globo“ urteilte: „Brasilien ignoriert die Zeichen und hat keine andere Wahl, als den Heimweg anzutreten. Das Team hatte viele Gelegenheiten, den Kurs zu korrigieren, hat aber nur passiv zugeschaut.“ Die Sportzeitschrift „Lance!“ rechnete ebenfalls hart ab: „Das ist eine echte Schande, mit allem, was dieses Wort bedeutet. Der beste Beweis dafür ist die Nominierung eines Spielers, der seit drei Jahren nicht mehr auf höchstem Niveau spielt.“
Kritik an Neymar-Nominierung
Damit war Neymar gemeint. Der 34-Jährige spielte von 2023 bis 2025 für den saudischen Klub Al-Hilal und kickt seit vergangenem Jahr für seinen Heimatverein Santos in Brasilien. Vor dem Turnier hatte er mit einer Wadenverletzung zu kämpfen und war nicht voll fit. Dennoch nominierte Ancelotti ihn.



