Großbritanniens Außenministerin Yvette Cooper hat eindringlich vor den Gefahren der Künstlichen Intelligenz gewarnt und internationale Regeln gefordert. In einem Gastbeitrag für die Denkfabrik Chatham House zog sie einen drastischen Vergleich: Die Menschheit stehe an einer ähnlichen Wegscheide wie 1945 nach dem Abwurf der Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki.
Drastischer Vergleich mit Atombombe
„Wir können es uns nicht leisten, auf eine KI-Version von Hiroshima zu warten, bevor wir handeln“, schrieb Cooper wörtlich. Die 57-jährige Labour-Politikerin warnt davor, erst nach einer schweren Katastrophe zu reagieren. Schon heute nutzten Extremisten, Terroristen, Kriminelle und staatliche Akteure leistungsfähige KI-Werkzeuge für ihre Zwecke. Angriffe jenseits klassischer Schlachtfelder – etwa im Internet oder durch Desinformation – hätten deutlich zugenommen.
USA und China in der Verantwortung
Besonders die USA und China sieht Cooper in der Pflicht. Die beiden führenden KI-Nationen müssten gemeinsam mit anderen Staaten verbindliche Regeln schaffen, um den Einsatz der Technologie wirksam zu begrenzen. Im Gespräch mit der Zeitung „The Guardian“ machte die Ministerin deutlich, wie ernst sie die Lage einschätzt: „Ich glaube, KI wird sich in den nächsten zwei Jahren zum dominierenden außenpolitischen Thema entwickeln.“
Chancen und Risiken der KI
Cooper betont zugleich die enormen Chancen der Künstlichen Intelligenz. „Hier schlummert ein unglaubliches Potenzial, aber auch ein enormes Risiko“, sagte sie. Sie stellt die KI-Gefahren auf eine Stufe mit anderen globalen Krisen wie dem Klimawandel, irregulärer Migration und ausländischen Manipulationskampagnen gegen demokratische Staaten. Ihre Botschaft: Die internationale Gemeinschaft sollte handeln, bevor die Technologie außer Kontrolle gerät.



