Die Funke Mediengruppe kommentiert die aktuelle Lage um den Bundeswehreinsatz in der Straße von Hormus. Chefredakteur Jörg Quoos äußert sich kritisch zu der Mission und den ungeklärten Fragen.
Brüchige Friedensvereinbarung
Das im Schloss von Versailles geschlossene Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran erweist sich als äußerst fragil. Bereits kurz nach der Unterzeichnung, bei der es nicht einmal zu einem abschließenden Treffen der Verhandler mit dem üblichen Händedruck kam, drohte erneut eine Sperrung der wichtigen Meerenge. Dies stellt die Soldaten an Bord der deutschen Marineschiffe „Fulda“ und „Mosel“ vor große Herausforderungen.
Risiken für die Soldaten
Die Männer und Frauen an Bord der beiden Schiffe sind mit leichter Bewaffnung bereits auf dem Weg ins Krisengebiet. Sie fragen sich zu Recht nach dem Sinn und dem Risiko eines militärischen Einsatzes, wenn die Waffenruhe derart brüchig ist. Von einem Frieden könne niemand ernsthaft sprechen, so Quoos.
Ungelöste Fragen
Je mehr die Politik von diesem eher symbolischen Einsatz spricht, desto mehr drängende Fragen kommen auf:
- Was kann dieser Mini-Verband überhaupt ausrichten? Es gibt nicht einmal ein Ersatzschiff zur besseren Durchhaltefähigkeit.
- Wie wird er im Operationsgebiet gegen Angriffe geschützt?
- Wie lange könnte dieser Einsatz dauern?
Vor dieser Mission geht es nicht nur um den Text des Bundestagsmandats, sondern auch um die Frage, wie der Einsatz unserer Soldatinnen und Soldaten in einer hochexplosiven Region politisch und militärisch zweihundertprozentig abgesichert werden kann.
Forderung nach Stopp
Quoos fordert: Bis diese Fragen nicht geklärt sind, sollten die Kommandanten die Maschinen noch im Roten Meer stoppen und die Zeit zum Baden nutzen. Eine chaotische Flucht wie 2021 aus Afghanistan dürfe dieser kleinen Truppe nicht zugemutet werden.



