Die Europäische Kommission hat einen Vorschlag vorgelegt, der es wehrfähigen ukrainischen Männern künftig erschweren soll, sich dem Kriegsdienst durch Flucht nach Deutschland oder andere EU-Staaten zu entziehen. Nach Angaben von Alisa Swoboda vom 26. Juni 2026 sollen 23- bis 60-jährige Ukrainer, die keine Ausreiseerlaubnis aus der Ukraine besitzen, von den vereinfachten Aufnahmeregeln für Flüchtlinge ausgenommen werden. Der Schritt zielt darauf ab, die Mobilisierungsbemühungen der Ukraine zu unterstützen und die Lastenverteilung innerhalb der EU zu überdenken.
Massiver Drohnenangriff: Russland meldet 660 abgewehrte Drohnen
Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, dass in der Nacht zum 26. Juni 2026 insgesamt 660 ukrainische Drohnen über russischen Gebieten und der 2014 annektierten Krim abgewehrt worden seien. Die Angaben sind unabhängig nicht überprüfbar, lassen aber auf eine hohe Intensität ukrainischer Angriffe schließen. Die staatliche Nachrichtenagentur Tass bezeichnete dies als den heftigsten ukrainischen Drohnenangriff seit Jahresbeginn. Der Gouverneur der Region Tula, Dmitri Miljajew, berichtete auf Telegram von allein 157 über seinem Gebiet abgewehrten Drohnen. In Nowomoskowsk wurden eine Hochspannungsleitung und ein Industriebetrieb beschädigt, in Schtschokino ein Wohnhaus. Eine Frau wurde verletzt. In Nowomoskowsk liegt der Chemiebetrieb Asot, einer der größten Chemiewerke Russlands, das unter anderem Ammoniak und Salpetersäure produziert – Stoffe, die auch zur Sprengstoffherstellung genutzt werden können.
IAEA: Wichtige Stromleitung am AKW Saporischschja repariert
Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) gab bekannt, dass die Reparatur einer zentralen Stromleitung und weiterer für die nukleare Sicherheit entscheidender Infrastruktur am ukrainischen Atomkraftwerk Saporischschja während einer vorübergehenden lokalen Feuerpause abgeschlossen wurde. Allerdings sei die Leitung noch nicht wieder in Betrieb genommen worden, da das angeschlossene Umspannwerk schwer beschädigt sei. Die Reparaturarbeiten dort dauerten an, ein baldiger Abschluss sei nicht zu erwarten, so die IAEA.
Nato will Rüstungsaufträge in Milliardenhöhe bekanntgeben
Nato-Generalsekretär Mark Rutte kündigte auf dem Gipfel im Juli in Ankara neue Rüstungsaufträge in zweistelliger Milliardenhöhe an. Bei einer Rede vor dem Atlantic Council in Washington sagte Rutte, das Bündnis werde seine Unterstützung für die Ukraine zusichern. An dem Treffen werde auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj teilnehmen.
Selenskyj billigt 40-tägige Offensive gegen Russland
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj billigte nach Beratungen mit dem Geheimdienstchef eine 40-tägige Offensive gegen russische Ziele. Ziel der Operation sei es, Druck auf den Aggressor auszuüben, um ein Ende des Krieges zu erzwingen, teilte Selenskyj auf Telegram mit. Eine russische Stellungnahme lag zunächst nicht vor. Die Ukraine greift seit Monaten Objekte in Russland oder in den besetzten Gebieten an, wobei der Schwerpunkt auf der Ölindustrie liegt.
Lukaschenko ruft zu Verhandlungen auf
Der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko rief nach Spekulationen um eine Beteiligung seines Landes am russischen Angriffskrieg zu Gesprächen auf. Er habe kürzlich eine Delegation des ukrainischen Präsidenten empfangen und diesen davor gewarnt, Belarus in den Krieg hineinzuziehen, sagte Lukaschenko bei einem Treffen mit dem Gouverneur des Moskauer Umlands. „Unsere Position ist friedliebend“, so Lukaschenko laut der staatlichen Nachrichtenagentur Belta. „Lasst uns verhandeln, Leute.“
Ukraine erhält 3,4 Milliarden Dollar von der Weltbank
Die Ukraine soll nach Angaben von Ministerpräsidentin Julia Swyrydenko weitere 3,39 Milliarden US-Dollar (knapp drei Milliarden Euro) als Hilfen von der Weltbank bekommen. Die Abkommen seien bei der Wiederaufbaukonferenz für die Ukraine in Danzig geschlossen worden, sagte Swyrydenko. Davon sind 2,35 Milliarden US-Dollar Zuschüsse zur Stabilisierung von Staat und Wirtschaft, 1,04 Milliarden US-Dollar werden als Kredit für wirtschaftliche Entwicklung gegeben, garantiert durch Großbritannien und Japan. Angaben zum Auszahlungszeitpunkt wurden nicht gemacht.
EU zahlt erste Milliarden aus Darlehen aus
Die Ukraine hat die erste Zahlung aus dem 90 Milliarden Euro schweren Unterstützungsdarlehen der EU erhalten. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sagte bei der Ukraine Recovery Conference in Danzig, dass etwa drei Milliarden Euro Makrofinanzhilfen ausgezahlt wurden. In den kommenden Tagen solle auch der erste Teil von sechs Milliarden Euro für die Drohnenproduktion an Kiew fließen. „Das ist gelebte Solidarität“, so von der Leyen. Von den neuen EU-Finanzhilfen sind 60 Milliarden für Verteidigung vorgesehen. Die Hälfte des Geldes soll in diesem Jahr fließen, weitere 45 Milliarden könnten im kommenden Jahr folgen.
Weitere Entwicklungen
Die französische Marine fing nach Angaben von Präsident Emmanuel Macron erneut einen Tanker der russischen Schattenflotte vor der Küste Siziliens ab. Das Schiff „Deliver“ sei aufgebracht worden. „Wir werden nicht zulassen, dass die Schattenflotte Sanktionen umgeht und die russischen Kriegsanstrengungen finanziert“, schrieb Macron auf Instagram. Es ist der fünfte Tanker, den Frankreich der Schattenflotte zurechnet. Die israelische Fluggesellschaft El Al setzte ihre Flüge zwischen Tel Aviv und Moskau für die kommenden Tage aus. Grund seien die Entwicklungen im Krieg zwischen Russland und der Ukraine, teilt das Unternehmen mit. In der kommenden Woche werde die Fluggesellschaft die Lage neu bewerten.



