Neue EU-Sanktionen gegen Russland: Militärische Erfolge der Ukraine setzen Kreml zu
EU-Sanktionen wenig wirksam: Ukraine setzt Russland militärisch zu

Die Europäische Union hat ein neues Sanktionspaket gegen Russland geschnürt, das erneut vor allem auf den russischen Finanz- und Energiesektor abzielt. Wie schon in den vorherigen Sanktionsrunden wurden die ursprünglich vorgesehenen Maßnahmen aufgrund der Partikularinteressen der Mitgliedsstaaten abgeschwächt. Doch es sind nicht die in den vergangenen Jahren wenig wirksamen, weil leicht zu umgehenden Sanktionen, die Moskau aktuell Probleme bereiten.

Ukrainische Angriffe treffen russische Kriegsmaschinerie

Weitaus wirkungsvoller ist das, was den ukrainischen Streitkräften in diesem Jahr militärisch gelingt. Der Krieg ist jetzt mit voller Wucht in Russland angekommen. Die ukrainischen Attacken auf die Öl- und Gasindustrie tief im russischen Hinterland – für die es grünes Licht aus Washington geben muss – sowie auf Moskau und St. Petersburg schwächen die russische Kriegsmaschinerie und die Moral in der Bevölkerung nachhaltig.

Die Treibstoffpreise in Russland gehen durch die Decke, es brennen die Lagerhäuser des Versandhändlers Wildberries, des russischen Pendants zu Amazon. Das hat Auswirkungen auf die Lebenswirklichkeit breiter Teile der Bevölkerung.

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Störung der Nachschublinien

Zugleich schaffen es die Ukrainer in diesem Jahr, die russischen Nachschublinien – inklusive der Schifffahrtswege im Asowschen Meer – derart effektiv zu stören, dass es für die russischen Streitkräfte im besetzten Süden der Ukraine immer schwieriger wird.

Was die löchrige Sanktionspolitik der westlichen Partner nicht geschafft hat, könnten die militärischen Erfolge der Ukrainer erreichen – dass Putin endlich zu zielführenden Verhandlungen bereit ist, in denen er nicht auf für die Ukraine unannehmbaren Maximalforderungen beharrt. Dies kommentiert Jan Jessen, Politikredakteur und Kriegsreporter bei der FUNKE Mediengruppe.

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