Fedoriws Entlassung: Drohnenpionier verlässt Verteidigungsministerium
Fedoriws Entlassung: Drohnenpionier geht

Mychailo Fedorow, der als Architekt der ukrainischen Drohnenoffensive gilt, ist von Präsident Wolodymyr Selenskyj als Verteidigungsminister entlassen worden. Die Entscheidung hat in Kyjiw Proteste ausgelöst und in Berlin für Empörung gesorgt. Fedorow, der in der Bevölkerung hohe Popularität genießt, hatte das Ministerium mit Innovationskraft reformiert und Korruption bekämpft.

Reformbilanz und Konflikte

Fedorow, zuvor Digitalminister, übernahm das Verteidigungsressort im Jahr 2024. Er trieb die Entwicklung und den Einsatz von Drohnen massiv voran, was als entscheidend für die ukrainischen Erfolge im Krieg gegen Russland gilt. Unter seiner Führung wurde die Korruption im Beschaffungswesen deutlich reduziert. Laut Umfragen des Kyjiwer Instituts für Soziologie vertrauten ihm 68 Prozent der Ukrainer. Der Schritt Selenskyjs kommt überraschend, da Fedorow als politisch unangefochten galt.

„Fedorow hat die Streitkräfte modernisiert und gleichzeitig die Verschwendung von Steuergeldern gestoppt. Seine Entlassung ist ein schwerer Fehler“, zitiert die ukrainische Nachrichtenagentur Ukrinform einen namentlich nicht genannten Militärexperten. Die Opposition im Parlament kündigte eine Untersuchung der Entlassungsgründe an.

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Internationale Reaktionen

Besonders scharf fällt die Kritik aus Berlin aus. Der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius zeigte sich irritiert: „Die Ukraine braucht in dieser Lage Stabilität, nicht personelle Wechsel. Fedorow war ein verlässlicher Partner.“ Das Auswärtige Amt betonte, man respektiere die Personalhoheit Kyjiws, sehe die Entscheidung aber skeptisch.

In Kyjiw versammelten sich am Dienstagabend rund 2.000 Demonstranten vor dem Präsidentenbüro. Sie skandierten „Fedorow bleiben“ und forderten Selenskyjs Rücktritt. Die Polizei löste die Versammlung auf, es gab keine Festnahmen.

Ausblick für die Kriegsführung

Fachleute warnen vor negativen Folgen für die ukrainische Verteidigung. Die Drohnenproduktion sei eng an Fedorows Führung geknüpft. Ein hochrangiger Militärstratege, der anonym bleiben wollte, sagte: „Sein Weggang könnte die Lieferketten und die Entwicklung neuer Systeme verzögern.“ Präsident Selenskyj hat noch keinen Nachfolger benannt. Interimsweise soll der bisherige Staatssekretär Oleksandr Kubrakov das Ministerium leiten.

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