Kurz vor dem Achtelfinale der USA gegen Belgien (2 Uhr deutscher Zeit) hat die Fifa die Sperre gegen US-Torjäger Folarin Balogun zur Bewährung ausgesetzt. Damit ist der Stürmer trotz Roter Karte im vorherigen Spiel spielberechtigt. Es ist das erste Mal seit 1962, dass ein Spieler bei einer WM nach einer Roten Karte nicht im nächsten Spiel aussetzen muss.
Trump setzte Infantino unter Druck
Nach Darstellung des US-Mediums Politico hatte Präsident Donald Trump mit mehreren Anrufen bei Fifa-Präsident Gianni Infantino Druck ausgeübt. Die Fifa-Disziplinarkommission fand daraufhin mit Paragraf 27 ein Schlupfloch, um die Sperre auszusetzen. Trump bedankte sich auf seiner Plattform Truth Social: „Vielen Dank an die Fifa, dass ihr das gemacht habt, was richtig ist, und eine große Ungerechtigkeit wiedergutgemacht habt.“ Balogun ist der beste Torschütze der USA bei dieser WM.
Skandalöser Präzedenzfall
Ob die Rote Karte gegen Balogun korrekt oder zu hart war, ist unerheblich – es handelte sich um eine Tatsachenentscheidung des Schiedsrichters mit Videoassistenten. Dass eine solche Sanktion nachträglich aufgehoben wird, schafft einen gefährlichen Präzedenzfall. Selbst DFB-Präsident Bernd Neuendorf äußerte sich kritisch und sorgte sich um die Integrität des Wettbewerbs.
Politische Einflussnahme auf den Sport
Die Fifa beruft sich gerne auf ihre politische Neutralität, doch die Vereinnahmung des Fußballs nimmt immer absurdere Züge an. Bereits vor der WM hatte Infantino Trump im Oval Office die goldene Siegertrophäe überreicht, und die Fifa mietete ein Büro im Trump Tower in New York. Die Trennung von Politik und Sport ist ein Märchen, doch dieser Tabubruch zeigt, dass die Fifa selbst die sportliche Integrität ihrer WM opfert.



