FIFA und Trump: WM 2026 von Ausgrenzung und Gewalt überschattet
FIFA und Trump: WM 2026 von Ausgrenzung überschattet

Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko wird von schweren Menschenrechtsverletzungen überschattet. Während auf dem Rasen Heldentaten und tolle Tore gefeiert werden, kritisieren Menschenrechtsorganisationen die perfide Vermischung von Sport und Politik durch die FIFA und die US-Regierung. Julia Duchrow, Generalsekretärin von Amnesty International, sagte gegenüber ntv.de: „Unter Gianni Infantino hat die FIFA komplett dabei versagt, ihre eigenen Menschenrechtsstandards einzuhalten.“

ICE-Razzien und tödliche Schüsse während der WM

Die US-Einwanderungs- und Zollbehörde ICE führt landesweit eine beispiellose Welle von Razzien durch. Laut Amnesty International hat sich die Zahl der Festnahmen in den letzten Monaten massiv erhöht: Im Juni wurden allein innerhalb von fünf Tagen rund 10.000 Menschen festgenommen. Die Razzien gipfelten in tödlichen Schüssen auf Einwanderer, die nicht das eigentliche Ziel der Aktionen waren. Im Fall des Mexikaners Lorenzo Salgado Araujo geschah die tödliche ICE-Aktion in der WM-Stadt Houston, nur 13 Autominuten vom offiziellen FIFA-Fanfest entfernt. Ein weiterer Vorfall ereignete sich in Biddeford, Maine, wo ein ICE-Beamter den Kolumbianer Johan Sebastian Duran Guerrero erschoss. Der Beamte litt laut Angaben seiner Verwandten seit seiner frühen Kindheit unter schweren psychischen Problemen und zeigte bereits in der Vergangenheit gewalttätiges Verhalten. Laut Human Rights Watch starben während der WM zudem zwei weitere Menschen in ICE-Gefängnissen.

FIFA und die Normalisierung von Menschenrechtsverletzungen

Die FIFA trug zur Normalisierung der ICE-Menschenrechtsverletzungen bei, indem sie unter anderem das portugiesische Nationalteam in dasselbe Flugzeug steckte, mit dem ICE im März 2025 mehr als 200 Venezolaner in das berüchtigte Megagefängnis Cecot in El Salvador abschob. Laut dem britischen „Guardian“ führte ICE mit diesem Flugzeug seit Mai 2023 mehr als 1580 Abschiebeflüge durch. Auch die Teams aus Frankreich, England und dem Iran sollen Abschiebungsflugzeuge genutzt haben.

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Diskriminierende Visa-Politik schließt Fans aus

Während europäische und südamerikanische Anhänger die Spiele genießen konnten, wurden viele andere ausgeschlossen. Ronan Evain, Geschäftsführer von Football Supporters Europe, erklärte auf einer Pressekonferenz der Sports & Rights Alliance, dass seine Organisation „keinerlei Hinweise“ dafür gefunden habe, dass Ticketinhaber aus Afrika und Asien US-Visa erhalten hätten. „Das vielfältige Publikum setzte sich fast ausschließlich aus lokalen Diaspora-Gemeinschaften oder Personen mit doppelter Staatsbürgerschaft zusammen, die kein Visum benötigten“, so Evain. „Das verschleiert die Versäumnisse der FIFA, eine Weltmeisterschaft zu gewährleisten, die tatsächlich die ganze Welt einbezieht.“

Kluft zwischen FIFA und den Menschen

Andrea Florence, Geschäftsführerin der Sports & Rights Alliance, kritisierte die „diskriminierenden Visabestimmungen“ und die „abschreckende Wirkung“ auf Fans. Sie berichtete von der Iranerin Sara, die an der Spitze der Bewegung gegen Geschlechterdiskriminierung im Sport steht und trotz Teilnahme an den WM 2018 und 2022 kein Visum für die USA erhielt. „Wenn schon Sara kein Visum erhält, kann man mit Sicherheit sagen, dass kein anderer iranischer Fan in die USA hätte reisen können“, sagte Florence. Sie forderte die FIFA auf, „endlich aufzuhören, Macht und Profit in den Vordergrund zu stellen“ und sich wieder den Menschen zuzuwenden.

Fazit: WM der Ausgrenzung und Gewalt

Trotz des Versprechens der FIFA, die „inklusivste“ WM aller Zeiten auszurichten, dominieren Fälle von Ausgrenzung: der somalische Schiedsrichter Omar Artan, die Mutter von Kap-Verde-Keeper Vozinha, der Superfan „Lumumba Vea“ aus der Demokratischen Republik Kongo und die Visa-Odyssee der iranischen Nationalelf. Viele LGBTI-Fans reisten aus Angst um ihre Sicherheit nicht an. Extrem hohe Ticketpreise und ungünstige Regelungen für Menschen mit Behinderung schlossen weitere Gruppen aus. Duchrow resümierte: „Letztendlich hat nicht nur die US-Regierung unter Donald Trump, sondern auch die FIFA die Weltmeisterschaft 2026 für ihre eigenen Interessen instrumentalisiert.“ Die WM wird als die größte und teuerste in die Geschichte eingehen, aber auch als eine der umstrittensten.

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