G7-Gipfel: Trump wendet sich wieder der Ukraine zu
G7-Gipfel: Trump fokussiert wieder auf Ukraine

Beim G7-Gipfel im französischen Evian hat US-Präsident Donald Trump überraschend deutlich gemacht, sich wieder verstärkt der Ukraine zuwenden zu wollen. Nach monatelanger Ablenkung durch den von ihm mitverursachten Iran-Krieg zeigte Trump am zweiten Gipfeltag wieder mehr Interesse an der Ukraine. „Jetzt, wo das eine beendet ist, können wir uns auf das andere konzentrieren und sehen, dass wir das erledigt bekommen“, sagte Trump gut gelaunt in Evian.

Macron und Selenskyj setzen auf Bilder

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron holte seinen ukrainischen Kollegen Wolodymyr Selenskyj persönlich am Auto ab und führte ihn durch den Garten des Hôtel Royal. Die Botschaft war klar: Die Ukraine sollte beim Gipfel volle Aufmerksamkeit erhalten. Selenskyj zeigte bei der Ukraine-Sitzung Fotos einer beschädigten Kathedrale des Kiewer Höhlenklosters, um die Folgen russischer Angriffe zu verdeutlichen. Dies dürfte Trump berührt haben, der sich gerne als Beschützer bedrohter Christen inszeniert.

Trump fordert Russland zu Verhandlungen auf

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte vor dem Treffen ein „Fenster für die Diplomatie“ in der Ukraine-Krise angedeutet. Macron sprach ebenfalls von einem „offenen Fenster“. Trump forderte Russland deutlich wie lange nicht zur Aufnahme von Verhandlungen auf und zeigte sich offen dafür, Ausnahmen bei Ölsanktionen gegen Russland zurückzunehmen. Ein deutscher Regierungsvertreter betonte, alle G7-Staaten seien sich einig, den Druck auf Russland zu erhöhen.

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Europäer zwischen Hoffnung und Sorge

Für die Europäer ist die Entwicklung erfreulich, aber auch mit Sorgen verbunden, dass Trump erneut einen Alleingang versuchen könnte. Das G7-Format erweist sich als nützlich, um Trump einzubinden und eine führende Rolle der Europäer bei möglichen Verhandlungen zu sichern. Eine Anreise des russischen Präsidenten Wladimir Putin gilt als ausgeschlossen, auch wegen des gegen ihn vorliegenden Haftbefehls des Internationalen Strafgerichtshofs.

Ob sich das „offene Fenster“ tatsächlich zu einer neuen Verhandlungsrunde mit Russland öffnet, hängt von zahlreichen Unwägbarkeiten ab. Die Details des Iran-Abkommens, das am Freitag in der Schweiz unterzeichnet werden soll, sind noch nicht bekannt. Sollte der Konflikt dort wieder aufflammen, könnte Trumps frisches Interesse an der Ukraine schnell wieder abflauen.

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