GDL fordert Gesetzesänderungen nach Sturz von Bahn-Mitarbeiter aus Zug
GDL fordert Gesetzesänderungen nach Bahn-Mitarbeiter-Sturz

Nach dem Sturz eines DB-Sicherheitsmitarbeiters aus einem fahrenden Zug bei 120 km/h hat die Lokführergewerkschaft GDL rechtliche Konsequenzen gefordert. GDL-Chef Mario Reiß sagte dem WDR: „Wir brauchen keine Sicherheitsgipfel oder runde Tische, sondern Entscheidungen der Justiz. Wir brauchen Gesetzesänderungen und wir brauchen das Durchgriffsrecht.“

Vorfall am Freitagabend auf der Strecke Offenburg–Karlsruhe

Ein 26-jähriger Mitarbeiter der DB Sicherheit war am Freitagabend auf der Bahnstrecke von Offenburg nach Karlsruhe aus einem fahrenden Zug gestürzt und hatte sich dabei schwer verletzt. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft attackierte der augenscheinlich alkoholisierte Fahrgast die Sicherheitskräfte mit Fäusten und Tritten. Bei dem Gerangel fielen beide gegen eine Tür, die beschädigt wurde. Als der Beschuldigte bereits am Boden lag, versuchte er, den 26-Jährigen zu treten. Der Mitarbeiter verlor das Gleichgewicht und prallte gegen die Tür, die nachgab – bei rund 120 km/h stürzte er aus dem Zug. Ein technisches Gutachten soll nun klären, warum die Tür sich öffnen ließ. Der Zustand des Mitarbeiters ist stabil, aber weiter kritisch.

GDL-Chef fordert abschreckende Strafen

„Es muss jedem in Deutschland bekannt werden, dass ein Angriff auf den Menschen geahndet wird und mit Folgen zu tun hat, die davor abschrecken, jemanden anzugreifen“, sagte Reiß. „Die Eskalationsstufe, die dort wieder in dem Zug entstanden ist, ist gewaltig. Die Kolleginnen und Kollegen müssen jeden Tag mehr mit Angst auf Arbeit gehen.“

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Beschuldigter vorbestraft und auf Bewährung

Das Amtsgericht Karlsruhe lehnte einen Haftbefehl gegen den Fahrgast ab. Der Beschuldigte ist bereits wegen mehrerer Gewalttaten vorbestraft und befindet sich derzeit in Bewährung. Gegen ihn läuft ein Strafverfahren. Die Deutsche Bahn verurteilte den Angriff scharf: „Unsere Gedanken sind bei dem Verletzten.“ Die Behörden ermitteln die Hintergründe der Tat.

Hintergrund: Wiederholte Angriffe auf Bahnpersonal

Mitarbeitende der Deutschen Bahn werden immer wieder Ziel von Angriffen. Im Februar hatte der Tod eines Zugbegleiters nach einem Angriff durch einen Schwarzfahrer in Rheinland-Pfalz bundesweit Entsetzen ausgelöst. Die GDL fordert nun gesetzliche Änderungen, um das Personal besser zu schützen.

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