Die Hamburger Olympia-Pläne sind wie schon 2015 am Votum der eigenen Bevölkerung gescheitert. Mit 54,9 Prozent stimmte die Mehrheit der Hamburger gegen eine Bewerbung um die Olympischen und Paralympischen Spiele. „Dieses Ergebnis zeigt: Die Hamburger und Hamburgerinnen lieben ihre Stadt und lassen sich nicht von einer Million Euro teuren Werbekampagne hinter die Fichte führen“, sagte Eckart Maudrich, Sprecher der Initiative „NOlympia“.
Grüne fordern Kurswechsel in Berlin
Das klare Hamburger Votum hat auch in Berlin politische Reaktionen ausgelöst. Klara Schedlich, sportpolitische Sprecherin der Berliner Grünen, sieht in dem Ergebnis einen direkten Fingerzeig für die Hauptstadt. „Das klare Votum aus Hamburg zeigt, warum der Berliner Senat einen Volksentscheid fürchtet wie der Teufel das Weihwasser. Berlin sollte die Bewerbung jetzt zurückziehen und die Millionen in marode Sportanlagen stecken“, so Schedlich in einer Pressemitteilung.
Zweifel an Berlins Chancen ohne Bürgerrückhalt
Die Politikerin zweifelt daran, dass Berlin als Bewerber ohne Rückhalt der Bevölkerung eine Chance hätte. „NRW und Bayern haben klare Voten für eine Bewerbung. Es ist völlig abwegig zu glauben, Berlin hätte als einzige Bewerberin ohne unterstützenden Volksentscheid auch nur den Hauch einer Chance“, so Schedlich. Sie wirft Bürgermeister Kai Wegner und der SPD vor, sich verrannt zu haben.
Grünen-Politikerin Schedlich: „Wir müssen jetzt umsteuern“
CDU und SPD hatten die Bewerbung mit möglichen Zukunftschancen und zusätzlichen Investitionen für die Stadt begründet. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) will am 26. September endgültig entscheiden, welche Stadt Deutschland ins Rennen schickt. Zur Auswahl stehen die Olympischen und Paralympischen Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044.
Doch Schedlich fordert: Statt weiter Geld in eine Olympia-Bewerbung zu stecken, müsse Berlin die Mittel in die Sportinfrastruktur investieren. „In Berlin entfällt der Schulsport, weil Sporthallen marode sind, und Kinder können nicht schwimmen lernen, weil Schwimmbäder nicht genutzt werden können. Wir müssen jetzt umsteuern“, sagte die Grünen-Politikerin.



