Ägyptens Nationaltrainer Hossam Hassan (59) hat nach dem historischen Einzug ins WM-Achtelfinale gegen Australien eine Palästinenser-Flagge gezeigt und damit gegen die Statuten des Weltfußballverbands Fifa verstoßen. Das Spiel endete im Elfmeterschießen mit 5:3 für Ägypten. Auf dem Rasen des Stadions in Dallas präsentierte Hassan die Flagge, während er eine ägyptische Fahne um den Rücken trug. Videos in sozialen Medien zeigen, wie er damit bei ägyptischen Fans auf der Tribüne Jubel auslöste.
Politische Botschaft nach dem Abpfiff
Nach dem Spiel äußerte sich Hassan mit einer politischen Botschaft: „Seht nur, wie sehr sich das palästinensische Volk, dem mein Herz und meine Seele gehören, trotz des Leids, das es erdulden muss, für uns freut. Möge Gott ihnen beistehen, die Lebenden beschützen und ihren Märtyrern Gnade gewähren. Ich widme diesen Sieg dem ägyptischen und dem palästinensischen Volk.“ Die Äußerung bezieht sich auf den Nahostkonflikt. Am 7. Oktober 2023 hatten palästinensische Terroristen Israel angegriffen, rund 1200 Menschen getötet und Hunderte entführt. Israels anschließender Krieg gegen die Hamas endete mit einem von US-Präsident Donald Trump vermittelten, brüchigen Waffenstillstand.
Verstoß gegen Fifa-Statuten
Die Fifa-Statuten und der Stadion-Verhaltenskodex verbieten politische, religiöse und persönliche Botschaften im offiziellen WM-Rahmen. Dazu zählen politische Botschaften auf Trikots oder Unterwäsche, politische Banner oder Symbole, politische Gesten oder Protestaktionen auf dem Spielfeld sowie politische Slogans bei offiziellen Veranstaltungen. Ein Verstoß kann mit Geldstrafen oder Sperren geahndet werden. Allerdings gilt eine Bestrafung Hassans als unwahrscheinlich. Bereits bei der WM 2022 in Katar wurden politische Botschaften teils gewaltsam unterdrückt, während die den Herrschern genehme „Free Palestine“-Botschaft toleriert wurde. Fifa-Präsident Gianni Infantino gilt als Freund der Kataris, die weltweit Terrororganisationen finanzieren, die unter anderem gegen Israel kämpfen.
Ägypten trifft auf Titelverteidiger
Ägypten steht nach dem Erfolg gegen Australien erstmals im WM-Achtelfinale. Die Mannschaft trifft am kommenden Dienstag (18 Uhr) in Atlanta auf Titelverteidiger Argentinien. Offiziell hat Ägypten einen Friedensvertrag mit Israel, doch in Schulen wird Hass auf das Nachbarland gelehrt. Hassans Aktion zeigt die anhaltende Politisierung des Sports trotz strenger Fifa-Regeln.



