Die Hamas hat nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) einem Zeitplan zugestimmt, der unter anderem eine vollständige Entwaffnung der militanten Organisation vorsieht. Mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen bestätigten, dass die Hamas über Vermittler „dem finalen Text des Zeitplans zugestimmt [hat], wie er ihnen in unserer letzten Vermittlungssitzung vorgelegt wurde“. Der Text enthalte einen Artikel, der „die vollständige Entwaffnung“ beinhaltet. Die Nachricht folgt auf eine Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, der zuvor erklärt hatte, die Hamas entwaffnen zu wollen.
Zeitplan: Erste Fortschritte in ein bis zwei Monaten
Laut dpa sollen in den nächsten ein bis zwei Monaten erste Fortschritte bei der Entwaffnung sichtbar sein. Der gesamte Prozess könne sich über „200 bis 350 Tage“ erstrecken. Die genauen Modalitäten der Übergabe von Waffen und die Überwachung der Umsetzung sind noch unklar. Vermittler aus der Region sollen die Einhaltung des Zeitplans überwachen.
Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Hamas
Trotz der Zustimmung bleiben erhebliche Zweifel an der Ernsthaftigkeit der Hamas. Kritiker verweisen auf die Geschichte der Organisation, die wiederholt internationale Hilfsgelder in den Bau von Tunneln und die Anschaffung von Waffen investiert habe, anstatt die humanitäre Not der eigenen Bevölkerung zu lindern. Zudem habe die Hamas wiederholt ihre Absicht bekundet, einen zweiten Angriff wie den vom 7. Oktober 2023 zu verüben und den Staat Israel zu vernichten. Besonders zynisch sei die Weigerung, die Leiche der Geisel Shiri Bibas zu übergeben; stattdessen sollen die sterblichen Überreste einer anderen Frau übergeben worden sein.
Politische Konsequenzen und Reaktionen
Die Trump-Administration hatte die Entwaffnung der Hamas zur Vorbedingung für weitere Verhandlungen gemacht. Ob die Zustimmung der Hamas ausreicht, um die Gespräche wiederzubeleben, bleibt offen. Israelische Regierungsvertreter äußerten sich bislang zurückhaltend. Ein Sprecher des israelischen Außenministeriums sagte, man werde die Entwicklungen genau beobachten, aber keine voreiligen Schlüsse ziehen. „Wir haben zu oft erlebt, dass Hamas-Versprechen gebrochen wurden“, so der Sprecher.
Humanitäre Auswirkungen im Gazastreifen
Die Bevölkerung im Gazastreifen leidet weiterhin unter der Blockade und den Folgen des Krieges. Sollte die Entwaffnung tatsächlich umgesetzt werden, könnte dies den Weg für humanitäre Hilfslieferungen und den Wiederaufbau ebnen. UN-Vertreter fordern seit Monaten eine Waffenruhe und den Zugang zu den notleidenden Menschen. Die Zustimmung der Hamas zur Entwaffnung wird daher auch als möglicher Schritt in Richtung einer Deeskalation gesehen.
Zusammenfassung und Ausblick
Die Zustimmung der Hamas zu einem Zeitplan zur vollständigen Entwaffnung ist ein überraschender Schritt, der jedoch mit großer Skepsis betrachtet wird. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die Organisation tatsächlich bereit ist, ihre militärische Infrastruktur aufzugeben. Experten warnen vor übertriebenem Optimismus, da die Hamas in der Vergangenheit mehrfach getroffene Vereinbarungen gebrochen habe. Die internationale Gemeinschaft bleibt abwartend.



