Die mit dem Iran verbündeten Huthi-Rebellen im Jemen haben nach eigenen Angaben eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien verhängt. Diese gelte ab sofort, teilte der Militärsprecher der Huthi im Fernsehen mit. Die Blockade „gegen den kriminellen saudi-arabischen Feind“ basiere auf dem Prinzip „Auge um Auge“ und trete mit sofortiger Wirkung in Kraft. Sie sei eine Reaktion auf die seit fast zwölf Jahren andauernde „ungerechte und unterdrückende Belagerung unseres geliebten Volkes durch Saudi-Arabien“. Dabei würden die Ressourcen im Jemen geplündert sowie die Häfen und Flughäfen blockiert.
Hintergrund der Blockade
Bereits vergangene Woche hatten die Huthi Saudi-Arabien mit Angriffen auf Ölanlagen gedroht, sollte sich das Nachbarland an einer „umfassenden Aggression“ gegen den Jemen beteiligen. Insider hatten zudem verlauten lassen, die Huthi sollten sich auf Bitten des Iran auf eine Sperrung des Seeweges für Öltransporte im Roten Meer vorbereiten. Vor der Küste des Jemen liegt die Meerenge Bab al-Mandab, der Zugang zum Roten Meer. Dieser ist für die internationale Schifffahrt ähnlich wichtig wie der Persische Golf. Dort hat der Iran die vor seiner Küste liegende Straße von Hormus gesperrt.
Vergangene Eskalationen
Die Huthi hatten vergangene Woche Raketen auf Saudi-Arabien abgefeuert, nachdem sie das Königreich beschuldigt hatten, einen unter ihrer Kontrolle stehenden Flughafen bombardiert zu haben. Damit endete eine vierjährige Waffenruhe zwischen den schiitischen Huthi und dem sunnitischen Königreich Saudi-Arabien.
Die Huthi-Rebellen hatten Ende 2014 den von Saudi-Arabien unterstützten Präsidenten Abd-Rabbu Mansur Hadi gestürzt, dem sie Korruption und Misswirtschaft vorwarfen. 2015 schaltete sich Saudi-Arabien in den Konflikt ein und schmiedete eine Allianz sunnitischer Länder gegen die Huthi. Während der Kämpfe wurden Zehntausende Menschen getötet. Die Wirtschaft des Jemen ist zusammengebrochen, große Teile der Bevölkerung leiden Hunger. Die Huthi kontrollieren Sanaa, während die international anerkannte Regierung, die von Saudi-Arabien und anderen Golfstaaten unterstützt wird, in Aden im Süden des Landes sitzt.
Auswirkungen auf die Schifffahrt
Die Huthi hatten Anfang Juni bereits eine „komplette Blockade“ der Seefahrt für Israel im Roten Meer angekündigt und zugleich erneut einen Angriff auf Israel für sich beansprucht. Seitdem kam es zu mehreren Zwischenfällen mit Schiffen vor der Küste des Jemens. Größere Angriffe, wie die Miliz sie ab 2023 verübte, blieben aber aus.



