Indien baut Militärstützpunkt auf Nikobaren nahe Malakka-Straße aus
Indien baut Militärstützpunkt auf Nikobaren aus

Indien baut auf den Nikobaren, einer Inselgruppe im Golf von Bengalen, seine militärischen Anlagen massiv aus. Ziel ist es, die Kontrolle über die strategisch wichtige Straße von Malakka zu erlangen, die als Hauptschlagader des Welthandels gilt. Über diese Meerenge wird ein Großteil der chinesischen Exporte abgewickelt.

Neue Vision für Groß Nikobar

Bislang verbinden viele Inder mit den Nikobaren vor allem Bilder von Sandstränden, üppiger Natur und indigenen Völkern. Doch nun kursieren in indischen Medien 3D-Animationen, die Hafenanlagen, einen Flughafen, Casinos und eine Stadt für mehrere Hunderttausend Menschen zeigen. Es sind Visionen davon, wie die Hauptinsel Groß Nikobar künftig aussehen soll: eine Mischung aus Urlaubsparadies, Wirtschaftsdrehscheibe – und Militärstützpunkt.

Strategische Lage nahe Sumatra

Groß Nikobar liegt mehr als 1000 Kilometer vom indischen Festland entfernt, vor der Küste der indonesischen Insel Sumatra. Diese Lage ist sowohl Segen als auch Fluch. Einerseits bietet sie Indien die Möglichkeit, den Schiffsverkehr in der Region zu überwachen und zu kontrollieren. Andererseits ist die Inselgruppe weit entfernt und schwer zu verteidigen.

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Die Straße von Malakka ist eine der wichtigsten Handelsrouten der Welt. Rund ein Viertel aller gehandelten Güter, darunter ein Großteil der chinesischen Exporte, passieren diese Meerenge. Indien strebt danach, hier eine dominierende Rolle zu spielen, um seinen Rivalen China strategisch unter Druck zu setzen.

Ausbau der militärischen Infrastruktur

Die indische Regierung hat bereits mit dem Ausbau der militärischen Infrastruktur auf den Nikobaren begonnen. Dazu gehören neue Hafenanlagen, die auch von Kriegsschiffen genutzt werden können, sowie ein Ausbau des Flughafens. Ziel ist es, eine dauerhafte militärische Präsenz in der Region zu etablieren.

„Indien will seine Position als regionale Seemacht stärken und die Kontrolle über die Seewege im Indischen Ozean ausbauen“, erklärte ein Analyst gegenüber lokalen Medien. Die Nikobaren bieten dafür einen idealen Standort, da sie nahe an der Straße von Malakka liegen.

Wirtschaftliche und zivile Entwicklung

Neben militärischen Anlagen sind auch zivile Projekte geplant. Dazu gehören Casinos, Hotels und eine Stadt für mehrere Hunderttausend Menschen. Diese sollen die Wirtschaft der Region ankurbeln und Arbeitsplätze schaffen. Allerdings gibt es auch Bedenken wegen der indigenen Bevölkerung, die auf den Inseln lebt. Umweltschützer warnen vor den Auswirkungen der Bauprojekte auf die empfindliche Natur der Nikobaren.

Die indische Regierung betont jedoch, dass die Entwicklung nachhaltig und unter Beteiligung der lokalen Bevölkerung erfolgen soll. „Wir wollen die Nikobaren zu einem wirtschaftlichen und strategischen Knotenpunkt machen, ohne die Umwelt und die Kultur der Inseln zu zerstören“, so ein Regierungssprecher.

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